Frankenthal: Pferd bringt Liegend-Radfahrer zum Sturz – Gericht erkennt auf Mitschuld des Radlers

Der Fahrer eines Liegerads aus Römerberg bei Speyer ist beim Überholen auf einem Radweg von einem Pferd zu Sturz gebracht worden – nach einem Urteil des Landgerichts Frankenthal trifft ihn aber an seinen Verletzungen eine Mitschuld. Der Unfall ereignete sich auf einem Radweh bei Haßloch. Der Fahrer habe das Pferd mit etwa 40 Zentimetern Abstand passiert – nötig gewesen wären nach Ansicht der Kammer jedoch mindestens 1,50 bis 2,0 Meter. Das Gericht urteilte: Radfahrer im Straßenverkehr müssen beim Überholen einen Sicherheitsabstand einhalten, der sich an der besonderen Gefährlichkeit im konkreten Fall orientiert. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Im vorliegenden Fall überholte der Radfahrer auf einem Radweg zwei Pferde. Dabei schlug ein Pferd aus und brachte ihn zum Stürzen. Der Mann erlitt Prellungen, Schürfwunden und eine Verletzung an der Hand.

Obwohl die Reiterinnen den Radweg verbotenerweise benutzt hatten, treffe den Radfahrer eine hälftige Mitschuld, hieß es. Ihm wurde unter anderem ein Schmerzensgeld von 3000 Euro zugesprochen. Für Radfahrer gelten die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung zum Überholen auch dann, wenn sich – wie hier – verbotswidrig Pferde auf dem Radweg befinden, wie das Gericht mitteilte. Da bei einem Pferd mit einem unvorhergesehenen Verhalten gerechnet werden müsse, sei ein
Sicherheitsabstand von einem Meter hier nicht ausreichend. Zudem habe sich der Radfahrer nicht mit den Reiterinnen über das Überholen verständigt – obwohl dies unproblematisch möglich gewesen wäre. (mho/dpa)