Frankenthal: Plädoyers im Prozess wegen Kindesmisshandlung erwartet

Im Prozess wegen schwerer Misshandlung eines Kleinkinds werden am (morgigen) Mittwoch (13.00 Uhr) in Frankenthal die Plädoyers gehalten. Angeklagt vor dem Landgericht sind eine Frau und ein Mann aus Ludwigshafen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Paar vor, seinen damals sieben Wochen alten Sohn im Oktober 2018 misshandelt zu haben. Das Urteil will das Gericht voraussichtlich am kommenden Freitag verkünden. Der Säugling erlitt demnach schwerste Verletzungen im Rektal- und Genitalbereich sowie Schädel- und Rippenfrakturen. Nur eine Notoperation rettete den Jungen. Beim Prozessauftakt hatte Nina R. ihren Partner Ismail I. verantwortlich gemacht. Ein Sachverständiger attestierte bei der Angeklagten eine Persönlichkeitsstörung: Sie sei sich ihrer Verantwortung als Mutter nicht bewusst gewesen. Die Angeklagten waren im Juni für den Rest der Verhandlung auf freien Fuß gesetzt worden. Grund war die Unterbrechung des Prozesses wegen eines erkrankten Pflichtverteidigers. Das Oberlandesgericht Zweibrücken hatte zwar einen dringenden Tatverdacht betont. Da aber das Paar sieben Monate in Untersuchungshaft gesessen habe und über einen festen Wohnsitz verfüge, genüge die wöchentliche Meldepflicht. Der Junge lebt dem Vormund zufolge in einer Pflegefamilie und erholt sich allmählich. Für Prognosen über die Entwicklung sei es zu früh (dpa/lrs/asc)