Frankenthal: Prozess wegen Misshandlung von Säugling -Fall erschüttert Ermittler

Weil sie ihren erst sieben Wochen alten Sohn schwer misshandelt haben sollen, stehen eine 26-jährige Frau und ein 24-jähriger Mann in Frankenthal vor Gericht. Der auf fünf Verhandlungstage angesetzte Prozess begann mit dem Verlesen der Anklage. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Paar aus Ludwigshafen unter anderem Misshandlung von Schutzbefohlenen vor. Der Säugling soll demnach schwerste Verletzungen im Rektal- und Genitalbereich sowie Schädel- und Rippenfrakturen erlitten haben und
lebensgefährlich verletzt worden sein. „Das hat sogar erfahrene Ermittler erschüttert“, sagte ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft. „Zum Glück kommt eine solche Kindesmisshandlung nur sehr selten vor.“ Der Anklagebehörde zufolge riefen die Eltern nach den Misshandlungen keinen Notarzt – obwohl sie hätten sehen müssen, dass ihr Kind schwer verletzt war. Erst einen Tag später kam der Säugling in eine Klinik
und wurde durch eine Notoperation gerettet. Dabei stellten die Ärzte weitere Verletzungen fest, die auf Misshandlungen hinweisen sollen. Es sei unklar, ob der Junge Schäden zurückbehalte, hieß es. Die
Eltern sitzen seit November in Untersuchungshaft. Sie sind bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. Der Mutter drohen bei einer Verurteilung 5 bis 15 Jahre Haft, dem Vater 1 bis 10 Jahre.(dpa/mf)