Frankenthal: Staatsanwaltschaft prüft Bericht über Misshandlungen bei Lebenshilfe

Nach Misshandlungsvorwürfen gegen Mitarbeiter der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt in einem Fernsehbericht beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft mit dem Fall. Es werde geprüft, ob der Anfangsverdacht für strafbares Handeln bestehe, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt in Frankenthal, Hubert Ströber, am Dienstag. Sei dies der Fall, werde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zunächst werde dafür das Bildmaterial des RTL-Bericht gesichtet. Der Bericht drehte sich unter anderem um Missstände im Wohnhaus der Lebenshilfe in Speyer. Zu sehen ist etwa, wie ein behinderter Mensch als Strafe in sein Zimmer gesperrt wird.  Die Lebenshilfe kündigte Konsequenzen an. Mitarbeiter, die „lieblos mit hilfebedürftigen Menschen umgehen, die glauben, dass strafende Maßnahmen die richtige Antwort für ein angebliches Fehlverhalten geistig behinderter Menschen sind, haben keinen Platz in der Lebenshilfe“, hieß es in einer Erklärung. Es würden „in aller Schärfe arbeits- und personalrechtliche Konsequenzen“ und – wenn nötig – auch strafrechtliche Maßnahmen veranlasst.  Oberstaatsanwalt Ströber sagte, grundsätzlich könnten die Straftatbestände der Körperverletzung oder der Misshandlung von Schutzbefohlenen erfüllt sein. Das müsse aber abgewartet werden. (dpa/lrs)