Frankenthal: Tod im Altenheim: Verteidigerin hält 49-Jährigen für unschuldig

Im Prozess um zwei mutmaßliche Morde und einen Mordversuch in einem Seniorenheim im pfälzischen Lambrecht hat die Verteidigerin eines der drei Angeklagten Freispruch gefordert. Sie gehe davon aus, dass die Whatsapp-Chats des Trios nicht in allen Teilen die Wahrheit wiedergeben, sagte die Rechtsanwältin. Ihr Plädoyer hatte sie zuvor unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten. Die Staatsanwaltschaft wirft einer ehemaligen Pflegerin und zwei Pflegehelfern vor, Senioren bestohlen, erniedrigt und gequält zu haben. Die drei wichtigsten Anklagepunkte betreffen zwei Morde und einen Mordversuch an Heimbewohnerinnen. Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch beantragt, alle Angeklagten zu lebenslangen Freiheitsstrafen zu verurteilen und die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Sie geht davon aus, dass sich die Chats, in denen sich das Trio über die Morde austauschte, auf die Realität bezogen. Im Gegensatz dazu hält die Verteidigerin diese Chats zum Teil für Fantasien oder Rollenspiele. Am 20. Juni werden die Verteidiger der zwei anderen Angeklagten ihre Plädoyers halten. Ein Urteil könnte am 26. Juni fallen. (lrs/mj)