Frankenthal: Verteidiger fordert Freispruch im Babymord-Prozess

Im Babymord-Prozess am Landgericht Frankenthal schwanken die Plädoyers der Juristen zwischen Freispruch und lebenslänglich. Der Verteidiger des Angeklagten forderte heute Freispruch für seinen Mandanten. Unter anderem sei der Zeuge unglaubwürdig, auf dessen Aussagen ein Teil der Vorwürfe basiere, sagte Rechtsanwalt Alexander Klein nach seinem unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgetragenen Plädoyer. Der Angeklagte sei zum Tatzeitpunkt durch Drogen in einen Angstzustand und ein paranoides Verhalten geraten, sagte Klein. Er habe demnach angenommen, dem Baby drohe Gefahr. Deshalb sei er mit ihm auf den Balkon geflüchtet. Dort sei ihm die kleine Tochter aus den Händen geglitten. Der Angeklagte habe in seinem Schlusswort sein tiefes Bedauern zum Ausdruck gebracht. Bereits am Mittwoch hatten Staatsanwaltschaft und Nebenklage plädiert. Sie fordeten 15 Jahre beziehungsweise lebenslänglich für den Angeklagten. Der 35-Jährige soll das zwei Monate altes Kind vor drei Jahren getötet haben. Das Gericht will am 17. Mai das Urteil sprechen. (mho/dpa)