Fußball: 1899 Hoffenheim spielt in der kommenden Saison in der Champions League – 3:1-Sieg gegen Borussia Dortmund am letzten Spieltag hievt die Kraichgauer auf Rang 3

Riesenfreude im Kraichgau: 1899 Hoffenheim spielt in der kommenden Saison erstmals in der Fußball-Champions-League. Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann gewann am Samstag mit 3:1 (1:0) gegen Borussia Dortmund und zieht als Tabellendritter in die europäische Königsklasse ein.

Andrej Kramaric hatte die Kraichgauer in der 26. Minute in Führung gebracht. Marco Reus war in der 58. Minute der überraschende Ausgleich gelungen, ehe Adam Szalai zum 2:1 (63.) und Pavel Kaderabek zum 3:1 (74.) traf. Beide Clubs dürfen nun mit Zusatzeinnahmen von mindestens 30 Millionen Euro planen.

Borussia-Coach Peter Stöger erlebte bei seinem höchstwahrscheinlich letzten Auftritt auf der BVB-Bank ein Spiegelbild der Saison: Die Borussia leistete sich vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena nicht nur haarsträubende Patzer, sondern wirkte auch nicht so motiviert wie die von Nagelsmann gepushten Hausherren. Falls Lucien Favre wie erwartet vom OGC Nizza als Stöger-Nachfolger nach Dortmund wechselt, wird er viel zu tun haben, um diese Mannschaft wieder zu einem internationalen Spitzenteam zu formen.

Die TSG beendete ihre zehnte Erstliga-Saison mit dem besten Vereinsergebnis als Dritter. Dem 30 Jahre alten Chefcoach gelang zudem im fünften Anlauf der erste Sieg gegen die Borussia.

Stöger hatte in der Innenverteidigung den gelbgesperrten Sokratis und verletzten Ömer Toprak durch Manuel Akanji und den zuletzt auf die Tribüne verbannten Marcel Schmelzer ersetzt. Weltmeister Mario Götze saß die komplette Partie auf der Bank, während die durch zahlreiche Ausfälle geplagten Hoffenheimer in der Offensive auf Kramaric, Mark Uth und Szalai bauten. Nagelsmann hatte erklärt: «Wir werden das nötige Risiko eingehen, ohne gleich mit offenem Visier zu agieren.»

So stürmten die Gastgeber zunächst etwas verhalten, machten dennoch zunehmend Druck auf die Dortmunder. Kramaric hatte in der 20. Minute erstmals freie Schussbahn, Roman Bürki parierte den Ball aber. Ein Patzer des Torhüters ließ dann die Hoffenheimer jubeln: Der Schweizer hatte Probleme bei der Ballannahme, als Uth heranstürmte, und spielte das Leder auf Kramaric. Der kroatische Nationalspieler schoss ganz cool zum 1:0 ein – sein 13. Saisontor.

Kaum weniger schlimm dann die vergebene Konterchance von André Schürrle: Völlig alleine lief der zuletzt von Bundestrainer Joachim Löw nicht mehr berücksichtigte Nationalspieler auf das Gehäuse von Oliver Baumann zu – und setzte den Ball ans Außennetz (34.).

Die zuvor bereits in sechs Spielen auswärts sieglose Borussia sah sich nach der Pause dem Ansturm der Hoffenheimer ausgesetzt, überstand diesen zunächst aber mit Fortune. Reus erzielte auf Vorarbeit von Raphael Guerrero sogar den Ausgleich. Doch Szalai mit einem Heber über Bürki hinweg brachte die ungemein starke TSG erneut in Führung. Nach dem 3:1 durch Flügelflitzer Kaderabek gab es auch bei Nagelsmann kein Halten mehr: Der Erfolgscoach brüllte seine Freude am Spielfeldrand nur so heraus, während seine Spieler sich auf Kaderabek warfen.

Der SC Freiburg hat derweil den Klassenverbleib geschafft, die Südbadener bezwangen am letzten Bundesliga-Spieltag den FC Augsburg mit 2:0 (0:0) und beendeten die Saison auf Rang 15.

Der VfB Stuttgart setzte sich überraschend mit 4:1 (2:1) beim Rekordmeister FC Bayern München durch und kann damit noch auf die Teilnahme an der Europa League hoffen. Gewinnen die Bayern das DFB-Pokalfinale am 19. Mai gegen Eintracht Frankfurt, steht der VfB als Tabellensiebter in der zweiten Qualifikationsrunde zum europäischen Wettbewerb. (lsw)