Fußball – DFB-Präsident Keller nach Hopp-Beschimpfungen: «Hätten früher durchgreifen müssen»

DFB-Präsident Fritz Keller hat im Umgang mit den immer wiederkehrenden Beleidigungen gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp Fehler eingeräumt. «Manche haben Recht, wenn sie sagen, wir hätten viel früher durchgreifen müssen und das einfach nicht zulassen dürfen», sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes am Samstag im «Aktuellen Sportstudio» des ZDF. Nach den ersten Plakaten gegen Hopp vor vielen Jahren habe es «immer wieder Geldstrafen» gegeben, «dann gab es eine Bewährungsstrafe und dann ist irgendwann mal gut.»

In Sinsheim wurde das Spiel am Samstag beim 6:0-Sieg des FC Bayern bei der TSG Hoffenheim wegen beleidigender Plakate gegen Hopp zweimal unterbrochen. Nach dem Wiederanpfiff hatten sich die Profis den Ball nur noch hin und her gespielt. Auch in Dortmund und Köln hatte es Schmähungen und Plakate gegen den Mehrheitseigner der TSG gegeben. «Ich glaube, wir sind am Tiefpunkt angekommen», sagte Keller, der ausdrücklich die Reaktion der beiden Vereine in Sinsheim lobte.

Die Fans wollten mit den Aktionen gegen die wiedereingeführte DFB-Kollektivstrafe gegen die Fans von Borussia Dortmund protestieren, die aufgrund von Beleidigungen gegen Hopp mit einem Auswärtsbann belegt worden waren. Keller verteidigte dieses Vorgehen. «Der Teilausschluss war auf Bewährung ausgesprochen worden. Wenn man gegen eine Bewährung verstößt, dann wird es rechtskräftig», sagte er. Dem Gericht sei daher «gar nichts anderes übrig geblieben».

Keller kündigte ein gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten an. «DFB, DFL, Vereine, wir müssen alle an einem Strang ziehen», forderte er. «Gegen diese Chaoten, die nichts mit Fußball zu tun haben, muss durchgegriffen werden. So geht es nicht mehr weiter im Fußball.» Es brauche nun «ein Zeichen gegen Hass und Neid in der Gesellschaft». (dpa)