Fußball: Hoffenheim hadert nach 2:2 gegen BVB – Süle und Rudy zum FC Bayern?

In der Bundesliga-Tabelle hat sich Hoffenheim in der Spitzengruppe etabliert. Ein 2:2 gegen Dortmund ist damit nicht mehr automatisch ein Erfolg, sondern in diesem Fall auch eine verpasste Chance. Der FC Bayern soll derweil um die Nationalspieler Rudy und Süle werben.

Von Patrick Reichardt und Ulrike John

Sinsheim (dpa/lsw) – Über einen gewonnenen Punkt gegen Vize-Meister Borussia Dortmund konnten sich die noch immer ungeschlagenen Hoffenheimer nicht so richtig freuen. «Es fühlt sich schon ein bisschen wie eine Niederlage an. Wir müssen als Sieger vom Platz gehen», erklärte Torwart Oliver Baumann nach dem 2:2 (2:1). Nach zweimaliger Führung und langer Überzahl durch den Platzverweis von Nationalspieler Marco Reus tauschten die beiden Vereine nach der Partie am Freitagabend die Rollen: Hoffenheim klagte über zwei verlorene Zähler, der BVB freute sich zum Auftakt des 15. Spieltags in der Fußball-Bundesliga über einen Punktgewinn der Moral.

«Es ist in Ordnung, wenn man gegen Dortmund Unentschieden spielt», bilanzierte 1899-Trainer Julian Nagelsmann. Zwar freute er sich, dass sein Team ungeschlagen bleibt, doch ganz zufrieden war auch er nach der neunten Punkteteilung in dieser Spielzeit nicht. «Leider nur ein Punkt, aber damit kann ich gut leben und gut schlafen, auch wenn ich gerne gewonnen hätte», sagte Nagelsmann: «Wir hätten das Spiel auch gewinnen können, das wäre absolut verdient gewesen.»

Die veränderten Ansprüche des Vereins, der in der vergangenen Saison noch in argen Abstiegsnöten gesteckt hatte, sind deutlich spürbar. Ein Punktgewinn gegen Borussia Dortmund ist kein Resultat mehr, das grundsätzlich als Erfolg gewertet wird. Die Leistungen der Profis wecken nun auch früher als erwartet erste Begehrlichkeiten. So berichtete die «Bild am Sonntag», dass die Nationalspieler Sebastian Rudy und Niklas Süle im kommenden Sommer vom Kraichgau zum FC Bayern München wechseln sollen. Beide Transfers seien bereits verhandelt und verabredet. Verträge seien allerdings noch nicht unterschrieben.

Der 21 Jahre alte Innenverteidiger Süle spielt seit 2010 für Hoffenheim, seit dem vergangenen Sommer wird er mit zahlreichen Top-Clubs in Verbindung gebracht worden. Bis 2019 ist der Abwehrrecke an die TSG gebunden, sein Marktwert dürfte über 20 Millionen liegen. Rudy könnte den Verein zum Saisonende ablösefrei verlassen. «Wir werden, wie in der Vergangenheit auch, Gerüchte und Spekulationen dieser Art nicht kommentieren», sagte ein Hoffenheimer Sprecher am Sonntag.

Gegen Dortmund hatten Tore von Mark Uth (3. Minute) und Sandro Wagner (20.) nicht gereicht, um sich auch in der Tabelle von der Elf von Thomas Tuchel abzusetzen. Mario Götzes erster Saisontreffer (11.) und Pierre-Emerick Aubameyang mit seinem 16. Tor (48.) sorgten für die letztendlich gerechte Punkteteilung. «Insgesamt sind wir etwas traurig, weil mehr drin war», sagte Wagner. Es gebe aber «Schlimmeres» als ein Remis gegen den BVB.

Im letzten Spiel des Jahres gegen Werder Bremen am Mittwoch (20.00 Uhr) wollen die Hoffenheimer als einziges Team neben Champions-League-Sieger Real Madrid in den europäischen Topligen ungeschlagen bleiben. «Wir versuchen auch gegen Bremen wieder die bessere Mannschaft zu sein und dort zu gewinnen», kündigte der 29 Jahre alte Nagelsmann an. Keeper Baumann unterstrich noch einmal die Qualität des Teams: «Wir stehen zurecht da, wo wir stehen. Das ist alles verdient und erarbeitet.»