Fussball: Trainerfrage nervt 1899

Die Fragen nach der eigentlich geklärten Zukunft
von Trainer Julian Nagelsmann nervten die Verantwortlichen der TSG
1899 Hoffenheim genauso wie die Last-Minute-Niederlage bei Borussia
Dortmund. „Ich könnte auf diese Frage auch einfach ins Mikrofon
jodeln. Eigentlich ist alles klar gesagt, aber es wird weiter
geschrieben, es wird weiter spekuliert“, sagte Profichef Alexander
Rosen nach dem 1:2 (1:0).
Gleich mehrfach musste Nagelsmann vor und nach dem vermeintlichen
Jobduell mit BVB-Coach Peter Stöger zu den anhaltenden
Medienspekulationen über seinen Wechsel im nächsten Sommer Richtung
Dortmund Stellung beziehen. „Dem Interview ist nichts hinzuzufügen“,
kommentierte der 30 Jahre alte TSG-Trainer die jüngsten Aussagen von
Club-Mäzen Dietmar Hopp gegenüber der Funke-Mediengruppe, wonach er
definitiv vor 2019 keine Freigabe erhält. „Der Plan ist, meinen
Vertrag bis dahin zu erfüllen.“
Ähnlich wie der begehrte Fußball-Lehrer war auch Hans-Joachim Watzke
bemüht, die Wogen zu glätten. „Wenn Hoffenheim sagt, Julian
Nagelsmann ist erst 2019 auf dem Markt, dann haben das nicht nur
Borussia Dortmund, sondern auch Bayern München und alle anderen
Bundesligaclubs zu akzeptieren“, sagte der BVB-Geschäftsführer
Stunden nach der Partie im ZDF-Sportstudio.
Zu dieser Zeit befanden sich die Hoffenheimer bereits im kurzen
Weihnachtsurlaub, der ihnen durch die unnötige Niederlage ein wenig
vermiest wurde. „Es ist einfach ärgerlich, die Dortmunder vor der
Tribüne feiern zu sehen, weil ich glaube, dass wir uns das heute
verdient hatten“, klagte Nagelsmann mit Verweis auf die starke
Vorstellung seines Teams.
Trotz des Elfmeter-Treffers von Pierre-Emerick Aubameyang (63.
Minute), der die Führung durch Mark Uth (21.) ausglich, schienen die
Hoffenheimer auf dem Weg zum Sieg. Doch die Gäste wurden für den
leichtfertigen Umgang mit ihren Torchancen bestraft. „Wir hatten so
viele Chancen, das zweite Tor zu machen, aber wir treffen vor dem Tor
die falsche Entscheidung oder die Flanke kommt nicht an“, stellte Uth
fest. „Ich habe keine Ahnung, warum wir heute verloren haben. Wir
müssen mindestens einen Punkt mitnehmen, weil wir die bessere
Mannschaft waren.“
Inspiriert durch seine Wahl zum US-Fußballer des Jahres traf jedoch
Christian Pulisic (89.) zum schmeichelhaften BVB-Erfolg. „Wir waren
sicherlich nicht die schlechtere Mannschaft“, haderte Nagelsmann,
„aber wir fahren ohne Punkte nach Hause.“
Dennoch dürfen die Kraichgauer zufrieden in die Winterpause gehen.
Der Vierte der Vorsaison hat sich ungeachtet der Dreifachbelastung in
Bundesliga, Europa League und DFB-Pokal – wo die TSG allerdings
jeweils ausgeschieden ist – mit 26 Punkten in der erweiterten
Spitzengruppe etabliert. Rosen zog daher ein positives Resümee:
„Trotz der Enttäuschung darf man nicht vergessen, dass wir ein tolles
Jahr gespielt haben.“ (mho/dpa)