Gasexplosion Ludwigshafen: Polizei schließt Ermittlungen am Unglücksort ab, GASCADE nimmt zu offenen Fragen Stellung

Am dritten Tag nach der Gasexplosion in Ludwigshafen hat die Polizei die Ermittlungen am Unglücksort abgeschlossen. Auch die Feuerwehr ist abgerückt. Rund um den Explosionskrater sind die Aufräumarbeiten in vollem Gange. Wie ein Sprecher der Polizei auf RNF-Anfrage sagte, würde allen Hinweisen von Augenzeugen nachgegangen. Zu den Spekulationen, ob eine brennende Zigarette am Unglücksort eine mögliche Ursache für die Katastrophe sein könnte, wollte sich der Sprecher nicht äußern. Die Leiche des getöteten Bauarbeiters sei inzwischen mit hoher Wahrscheinlichkeit identifiziert. Die beiden schwer verletzten Arbeiter schweben nach wie vor in Lebensgefahr. Einem dritten schwer Verletzten geht es inzwischen besser. Wie die Hersfelder Zeitung berichtet, handelt es sich bei den Opfern um Arbeiter der Eiterfelder Baufirma Giebel. Sie vermutet, dass ein polnischer Staatsangehöriger bei der Detonation ums Leben kam. Die Geschäftsleitung des Eiterfelder Bauunternehmens habe sich noch nicht zu dem Unglück äußern wollen, heißt es in dem Artikel von Freitag.

Unterdessen beschäftigen die Umstände, die überhaupt zu den Bauarbeiten am Edigheimer Bahnübergang geführt haben, die von der Explosion betroffenen Anwohner. Früheren Informationen zufolge hatte ein so genannter Molch – eine Art Roboter, der sich automatisch durch eine Pipeline bewegt (siehe unten) – eine Unregelmäßigkeit an der Rohrleitung festgestellt. Das führte dazu, dass sich der Betreiber der Gasleitung, die Firma GASCADE, dazu entschied, die Rohrleitung freizulegen und von außen zu begutachten.

 

GASCADE nimmt Stellung zu offenen Fragen

 

In einem Gespräch, das RNF am heutigen Sonntag mit einer Sprecherin des Unternehmens führte, hieß es, dass die Molchung schon vor einiger Zeit stattgefunden habe. Der Molch war zur Zeit der Explosion nicht mehr in der Leitung. Am Tag des Unglücks sei nicht direkt an der Pipeline gearbeitet worden, vielmehr habe es sich um vorbereitende Arbeiten gehandelt. Beispielsweise wurden Spundwände in den Boden eingelassen. Diese Arbeiten seien nach den Richtlinien des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) ausgeführt worden. Diesen Richtlinien zufolge musste für die an der Baustelle ausgeführten Arbeiten das Segment nicht abgeschiebert werden. Das heißt, dass während der Arbeiten am Edigheimer Bahnübergang in der Leitung Gas unter Hochdruck transportiert wurde.

Eine Undichtigkeit an der Leitung vor Beginn der Arbeiten an der Baustelle schließt GASCADE aus. Diese wäre im Dispatchzentrum bemerkt worden, und der entsprechende Abschnitt wäre voll automatisch abgeschiebert worden, so die Sprecherin. Die Untersuchung der Unglücksursache ist nun Gegenstand der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. (rk)

Bildquelle: Harvey Barrisonoriginally posted to Flickr as Picture 026

Beispielbild: Ein Molch in einer Pipeline. Dieses Bild haben wir dem Wikipedia-Artikel „Molchtechnik“ (bitte klicken) entnommen, der grundlegende Informationen zum Molchen bietet.

Unsere weitere Berichterstattung zum Explosionsunglück in Ludwigshafen können Sie hier nachlesen und in Videos ansehen (bitte klicken).