Germersheim: Unruhige Nacht in Innenstadt – Evakuierungen nach Bombenfund – Phosphorbombe gesprengt

Es war ein langer und ein aufregender Abend in Germersheim! Nachdem am Donnerstagnachmittag bei Bauarbeiten auf dem Gelände der Stengel-Kaserne eine Phosphorbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt wurde, dauerte es bis in die Nacht, ehe die Bombe kontrolliert gesprengt werden konnte. „Die Sprengung war erfolgreich“, twitterte die Polizei kurz nach 1:00 Uhr. Auch Messungen auf Gefahrenstoffe in der Luft hätten keine Auffälligkeiten gezeigt, hieß es wenig später. Erst dann konnten rund 2000 evakuierte Germersheimer in ihre Wohnungen zurück.

Bei der Sprengung selbst lief alles weitgehend nach Plan. Bis es aber so weit war, hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun. Denn einige der rund 2000 betroffenen Germersheimer, die für die Sprengung ihre Wohnungen verlassen mussten, zeigten sich uneinsichtig und durchkreuzten damit den Zeitplan. Statt wie geplant um 22 Uhr konnte der Kampfmittelräumdienst erst nach 23 Uhr dem gefährlichen Fundstück zu Leibe rücken.

Reibungslos lief dagegen die Evakuierung des Krankenhauses, das ebenfalls im Sperrbezirk mit einem Radius von 300 Metern um den Fundort liegt. Die Patienten, darunter auch Kranke, die intensiv-medizinisch betreut werden mussten, wurden in Kliniken in Speyer und Kandel verlegt. Für die anderen Evakuierten stand die Stadthalle als Ausweichstandort zur Verfügung. Hier versammelten sich mehr als 300 Menschen. Sie wurden mit Essen und Trinken versorgt. Auch Bürgermeister Marcus Schlaile war vor Ort.

Die Bombe war bei Aushubarbeiten von einem Bagger beschädigt worden, weshalb die Experten entschieden, sie noch am Abend vor Ort kontrolliert zu sprengen, Dazu wurde sie mit Tonnen von Sand abgedeckt. Die eigentliche Gefahr bestand nach Angaben eines Sprengstoffexperten nicht so sehr durch Bombensplitter bei der Detonation, sondern vielmehr in der Phosphorladung. Phosphor reagiere auf Sauerstoff, der dabei entstehende Nebel sei sehr giftig. Die Feuerwehr stellte daher Wasserwerfer auf, um ein mögliches Aufsteigen von Phosphornebel zu verhindern. Angesichts hoher Luftfeuchtigkeit und Nebel am Donnerstagabend waren die Bedingungen vor Ort eher günstig. Die Germersheimer wurden gleichwohl aufgefordert, wegen der giftigen Dämpfe Fenster und Türen geschlossen zu halten. (mho)