Gernsheim: Archäologen finden auch Überreste eines Dorfes

Archäologen der Frankfurter Goethe-Universität haben im südhessischen Gernsheim auch Überreste
eines römischen Dorfes entdeckt. Gefunden wurden etwa seltene Gewandspangen, mehrere Perlen und Teile eines Brettspiels, wie die Universität mitteilte. Fast 1500 Soldaten und Zivilisten dürften dort gelebt haben – im Rhein-Main-Neckar-Raum zu der Zeit eine bedeutende Größe, wie Grabungsleiter Thomas Maurer erläuterte. Das Dorf soll schon länger existiert haben als ein dort zuvor entdecktes römisches Militärlager. Das Römerlager hatten die Archäologen im vergangenen Jahr vorgestellt. Die Funde lagen in einem freien Doppel-Bauplatz mitten in einem Wohngebiet. Die Grabung kann am „Tag des offenen Denkmals“ (13. September) zwischen 10 und 17.00 Uhr besichtigt werden. In Gernsheim war zwischen 70 und 110 nach Christus eine römische Truppeneinheit mit etwa 500 Mann stationiert. Die Soldaten wurden verlegt, die Zivilisten blieben aber offensichtlich zurück. „Das Dorf endete etwa in der Mitte des 3. Jahrhunderts mit der Aufgabe des Limes in diesem Gebiet“, sagte Maurer. Nachdem die Soldaten weg waren, dürfte die Ansiedlung wirtschaftlich zu kämpfen gehabt haben, „da zunächst die Kaufkraft fehlte“. Dann habe sich die Lage wieder stabilisiert, womöglich durch einen Hafen in der Gegend. (dpa/lhe)