Gleisweiler: Heiner Geißler wird 85

Heiner Geißler, der prominenteste Querdenker der CDU, wird 85. Im dpa-Interview plädiert er für die Aufnahme von Sinti- und Roma-Flüchtlingen und für die Ausweisung von Islamisten. Bedauert er etwas? „Ich hätte manchmal noch mehr Krach schlagen müssen“, verrät er. Frage: Herr Geißler, wie schaut Ihr Terminplan aus zurzeit? Antwort: Der Terminplan ist im Moment etwas weniger dicht, weil ich mit einem Buch in den letzten Zügen liege, das in den nächsten Tagen fertig werden muss. Ich schreibe über Luther. „Was müsste Luther heute sagen?“, lautet der Titel. Mich hat der Mann interessiert, von dem diese große geistig-religiöse Revolution ausgegangen ist. Ich habe mich gefragt, ob er die Reformation heute noch einmal machen oder sie bleibenlassen würde. Und was müsste er aus seiner Sicht zum heutigen Geschehen in Deutschland und der Welt sagen? Frage: Möchten Sie da schon ein oder zwei Sachen verraten? Antwort: Ich bin ja noch nicht fertig. Aber er müsste natürlich schon Einiges sagen oder es anders sagen als früher. Der Luther hat nach dem gnädigen Gott gefragt: wie die Leute der Hölle und dem Fegefeuer entkommen können. Heute stellen die Menschen die Frage, ob es Gott überhaupt gibt – nach Auschwitz, zum Beispiel. Insofern hat sich die Thematik verlagert, aber nicht die Notwendigkeit zu antworten. Und die Frage ist, ob die Kirchen das heute tun. Frage: Wie bewerten Sie die aktuelle politische Lage in Deutschland?
Was müsste passieren? Antwort: Die Wirtschaftspolitik müsste grundlegend reformiert werden, aber das können die Deutschen allein nicht bewältigen. Die jetzige Wirtschaftsordnung ist grundsätzlich falsch und inhuman. Da hat der Papst recht. Diese Wirtschaft tötet. Der Mensch wird reduziert auf einen Kostenfaktor, und das gesellschaftliche Leben wird ökonomisiert – in der Bildung, vor allem aber auch in der Gesundheitspolitik. Es stehen nicht mehr die Interessen der Menschen im Vordergrund, sondern fast nur die Interessen der Finanzmärkte. Frage: Gibt es darüber hinaus noch Ideen für Änderungen? Antwort: Auf einem anderen Gebiet könnten die Deutschen natürlich viel machen. Anstatt Sinti und Roma vom Balkan, die bei uns Zuflucht suchen, in ihr Elend zurückzuschicken, sollte man vielleicht lieber Dschihadisten, Islamisten, Anhänger des islamischen Staates, Salafisten und Hassprediger ausweisen. Die halten ja vom Grundgesetz gar nichts und wollen es durch die Scharia ersetzen. dpa/feh