GNTM-Finale in Mannheim: „Wir bitten Sie, das Gelände zu verlassen“

Eigentlich will Heidi Klum am Donnerstag im Fernsehsender ProSieben „Germany’s next Topmodel“ küren. Doch die Live-Show in der Mannheimer SAP-Arena nimmt ein jähes Ende. Gegen 21.35 Uhr forderte ein Moderator die knapp 10 000 Zuschauer auf, die
Halle „geordnet zu verlassen“. Wegen eines technischen Problems könne die Show nicht fortgesetzt werden, heißt es zunächst.

Schon 20 Minuten zuvor hat Heidi Klum überraschend knapp eine
Werbepause angekündigt. Direkt danach verlassen die 41-Jährige und ihre Co-Juroren Thomas Hayo und der Designer Wolfgang Joop die Bühne. Bis dahin sind noch drei Mädchen im Rennen um die Model-Krone: Ajsa (18) aus Tübingen (Baden-Württemberg), Anuthida (17) aus Lübeck (Schleswig-Holstein) und Vanessa (18) aus Bergisch-Gladbach (Nordrhein-Westfalen). Katharina (19) aus Winsen an der Luhe (Niedersachsen) war kurz zuvor ausgeschieden. Die Zuschauer verlassen die Halle ruhig – obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits im Internet von einer Bombendrohung zu lesen ist. Die Menschen versammeln sich zunächst auf dem Parkplatz vor der Halle. Mädchen stehen in ihren Pumps und dünnen Kleidchen mit ihren Müttern ratlos herum. Wer die Ordner anspricht, bekommt zu hören: „Ein technischer Defekt.“

Nach einiger Zeit ertönt eine Stimme über Lautsprecher. Ein Ordner übersetzt die unverständliche Ansage: „Wegen eines technischen Defekts kann die Veranstaltung nicht fortgesetzt werden. Wir bitten Sie, das Gelände zu verlassen.“ Die Stimmung auf dem Parkplatz bleibt die ganze Zeit über ruhig. „Ich finde es total bescheuert, ich finde es unmöglich, wie man so jemand etwas machen kann“, sagt Wenke Gänge aus der Nähe von Heidelberg. „Da sind doch auch kleine Kinder dabei.“ Die 43-Jährige ist mit ihrer Tochter und Freunden bei der Show gewesen. Die Gruppe ist so schnell aufgebrochen, dass sie ihre Jacken in der Halle gelassen hatte. Andere Zuschauer ärgern sich über die Art der Räumung der Halle – immerhin hat die Jury zumindest die Bühne deutlich vor den Zuschauern verlassen. „Wenn die 10 000 Menschen verrecken, ist es nicht so schlimm, wie wenn die Promis verrecken“, sagt die 23-jährige Lisa Bollinger aus Ludwigshafen. „Es ist eine bodenlose Frechheit, dass diese teuren Karten für den Arsch sind.“ Ihre Begleiterin stört vor allem, dass es keine zunächst keine weiteren Informationen gibt. „Es ist schon sehr seltsam“, sagt sie. „Wir wissen nicht, was genau ist.“ Erst kurz nach 22.30 Uhr teilt der Sender über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: „Es gab während des GNTM-Finales eine Bombendrohung. Die SAP-Arena ist sicher evakuiert worden.“ (dpa/wg)