Handball, 2. Liga: Knoten geplatzt? SG Leutershausen gewinnt gegen TuS Ferndorf 32:29

(rkü) Was für eine Erleichterung! Im mit Spannung erwarteten Spiel der SG Leutershausen gegen den TuS Ferndorf behielten die Gastgeber die Oberhand. Mit dem 32:29 in eigener Halle holte sich die Youngster-Truppe gegen einen Gegner, der noch am Samstag Tabellenführer Emsdetten geschlagen hatte, Selbstvertrauen zurück und wahrte im Kampf um den Abstieg Chancen auf den Klassenerhalt. „Ich habe meine Mannschaft heute sehr engagiert gesehen. Sie hat auch die nötige Härte gezeigt um dieses Spiel zu gewinnen“, sagte Leutershausens Trainer Holger Löhr. Ferndorfs Coach Caslav Dincic hatte an der Niederlage nichts zu deuteln: „Wir wussten wie Leutershausen spielt und wollten ihre schnellen Tore verhindern. Wir hätten heute auch mit mehr Selbstvertrauen hier auftreten müssen. Beides ist uns nicht gelungen. Herzlichen Glückwunsch an eine starke Mannschaft.“

So feierten die „Roten Teufel von der Bergstraße“ ihren Sieg gegen Ferndorf. Bild: Schilling

Dabei hatten beide Teams losgelegt wie die Feuerwehr: Kein Abtasten, kein Taktikgeplänkel, alles voll auf Tempo. Obwohl beide Torhüter gleich zu Beginn ihr Können unter Beweis stellten – die Statistik von Leutershausens Alexander Hübe zählte bereits nach acht Minuten sechs Paraden – fielen Tore im Minutentakt. Die ersten leichten Vorteile erspielten sich die Gastgeber nach sieben Minuten, als sie durch Tore von Geppert, Prestel und Müller auf 7:4 davon zogen. Die mit 700 Zuschauern für eine Mittwochspartie gut besetzte Heinrich-Beck-Halle verwandelte sich bereits in dieser frühen Phase zu einem Tollhaus. Die Fans genossen es, ihr Team befreit und motiviert aufspielen zu sehen. Ferndorf nahm seine erste Auszeit – und sie fruchtete. Umgehend holten die Gäste auf uns egalisierten zum 7:7 (12.). In der Folge blieb die Partie schnell. Aus daraus resultierenden Fehlern zogen die Teams wechselweise Profit. Ab der 22. Minute deutete das Stimmungsbarometer wieder leicht in der „Roten Teufel“, die mit 13:10 in Führung gingen. Jonas Gunst erhöhte durch einen Siebenmeter direkt im Anschluss gar auf 14:10, Benjamin Prestel legte auf 15:10 nach (25.). Und immer wieder: Alexander Hübe. Der Torwart gab der Defensive die nötige Sicherheit, parierte sogar zwei Siebenmeter. Beim Stand von 17:13 ging es in die Kabinen.

Nach dem Wiederanwurf ließen es die beiden Mannschaften etwas ruhige angehen, was zunächst Ferndorf nützte. Die SGL baute nicht mehr den immensen Druck auf wie in der Endphase der ersten Halbzeit, und so kamen die Gäste erst zu Chancen und dann auch zu Toren. In der 39. Minute hatten sie auf 20:18 aufgeholt, Kapitän Jochen Geppert bekam gleichzeitig eine Strafzeit – eine pikante Situation. Bei Torwürfen der Gastgeber stieg nun auch die Fehlerquote wieder an. „Wir hatten uns in der Halbzeit vorgenommen aufzupassen, das hat nicht so funktioniert. Aber wir haben uns ja dann wieder gefangen und das Ding runtergespielt, denn: Diesen Sieg wollten wir unbedingt“, so Rechtsaußen Sebstian Brehm. Zunächst schmolz der Vorsprung aber weiter ab – in der 44. Minute glich Simon Breuer für die Gäste zum 21:21 aus. SGL-Coach Holger Löhr zog die grüne Karte – Auszeit für Leutershausen. Die Neu-Kalibrierung hatte Erfolg: Die Bergsträßer erkämpften sich die Lufthoheit zurück und bauten erneut ihre Führung aus. In der 50. Minute stand es 26:22.

Anteil hatte daran auch SGL-Torwart Roko Peribonio, der nun nahtlos an die guten Leistungen seines Kollegen anknüpfte. Waren in der Vergangenheit die letzten zehn Minuten eines Spiels sozusagen die Achilles-Ferse der SG Leutershausen, so war an diesem Abend klar, dass sie einen Sieg nun nicht mehr gefährden wollte. Die Löhr-Truppe hielt die Intensität aufrecht. Dreieinhalb Minuten vor Ende des Spiels stand es 30:25 für die „Roten Teufel“ – nun lag der befreiende Sieg in greifbarer Nähe. Eine Strafzeit von Hannes Volk brachte noch einmal einen Moment der Ungewissheit ins Spiel der Hausherren, die in dieser Zeit auch tatsächlich noch zwei Gegentore hinnehmen mussten. Schließlich reichte es aber: 32:29 gewann die SG Leutershausen das Kellerduell der 2. Liga – und endlich war der Teufelstanz in der Heinrich-Beck-Halle wieder einmal zu sehen.

„Dieser Sieg hat uns nicht gerettet, trotzdem werden wir ihn natürlich genießen. Dieses Spiel hat viel Kraft gekostet, trotzdem bleibt uns nicht viel Zeit zum Verschnaufen.“ Am Sonntag spielt die SGL bereits bei Eintracht Hildesheim. Spielbeginn ist 17 Uhr.

SG Leutershausen: Hübe, Peribonio, Frietsch 1, Gunst 3/3, Brehm 1, Müller 4, Forstbauer 7, Ruß 1, Prestel 4, Volk 1, Geppert 7, Conrad, Engels, Kohlbacher 3, Kuch.

TuS Ferndorf: Rottschaefer, Hamers, Sijaric A. 5, Prskalo 2, Basic 2/2, Aust 1, Breuer 5, Hilger 3, Thomas 7/1, Lange, Sijaric M., Bettig, Barkow 2, Schneider 2.