Handball 2. Liga: SG Leutershausen gibt rote Laterne ab – 32:22 gegen TV Bittenfeld

Handballfest in Leutershausen: Die „Roten Teufel“ beeindruckten im Baden-Württemberg-Derby der zweiten Liga in allen Belangen – gegen den Tabellensiebten TV Bittenfeld gewannen sie verdient deutlich mit 32:22. Der Lohn der Mühen: Die SG Leutershausen gab den letzten Tabellenplatz an den TuS Ferndorf ab.

„Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen“, sagte SGL-Coach Holger Löhr nach der Partie. „Sie hat alles umgesetzt, was wir uns für heute vorgenommen haben. Wir wollten Bittenfeld taktisch vor immer neue Herausforderungen stellen, das ist uns heute gelungen.“ TV-Trainer Jürgen Schweikardt zollte der Leistung der Hausherren Anerkennung, ging mit seinem eigenen Team aber auch hart ins Gericht: „Das war kein Spiel, das wir einfach so vorüber gehen lassen können, das muss aufgearbeitet werden. 22 Tore im Angriff sind einfach miserabel. Das man hier verlieren kann, wussten wir von Anfang an, aber nicht auf diese Art und Weise. Besonders ärgerlich, weil wir nach den letzten Siegen gerade in einer guten Phase waren.“

Die SGL kam von Beginn an besser ins Spiel, zog in den ersten Minuten bereits auf 3:0 davon. Bittenfeld brauchte fast sechs Minuten, ehe es zu seinem ersten Tor kam. Beide Teams arbeiteten hart in der Abwehr, unterstützt noch von ihren jeweils gut aufgelegten Torhütern Peribonio auf Seiten der „Roten Teufel“ und Sdunek bei den „Wild Boys“. Bis zur Mitte der ersten Halbzeit schmolz der SGL-Vorsprung dahin. Bittenfeld glich zum 6:6 aus (16.). Leutershausen hielt allerdings die Intensität hoch und baute den Vorsprung abermals auf 13:7 aus (23.). Die gut 800 Zuschauer in der Heinrich-Beck-Halle heizten das Spiel zusätzlich an. Nur ab und zu ließ Bittenfeld, das in der vergangenen Woche noch Tabellenführer Emsdetten geschlagen hatte, seine Klasse aufblitzen – etwa durch Friedrich mit seinem Kempa-Tor. Die 15:12-Führung zur Pause hatte sich Leuterhausen redlich erarbeitet.

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts schien es zunächst für einen kleinen Moment so, als könne Bittenfeld aufholen – dann aber folgte eine Phase, in der Leutershausen den vielleicht besten Handball in dieser Saison spielte, was Linksaußen Niklas Ruß später bestätigte: Das war die beste Saisonleistung bisher. Was Roko gehalten hat, war der Wahnsinn, und auch die Deckung war super.“ Alles klappte: Erst parierte Roko Peribonio die Bälle 15 bis 17, dann startete zwei Mal der SGL-Express in Richtung des Schwaben-Tores – nach knapp 37 Minuten stand es 19:13 für die „Roten Teufel“. Und sie ließen nicht nach. Die „Wild Boys“ probierten mehrere Abwehrvarianten durch, auf die sich die Truppe von Holger Löhr aber jeweils blitzschnell einstellte. Auf der Bittenfelder Bank wurde heftig diskutiert – bereits 49. Minute fiel schon zum dritten Mal ihre grüne Karte. Es nutzte ihnen nichts. Die Bergsträßer powerten weiter, erspielten sich gar einen Zehntore-Vorsprung: 28:18 stand es nach 53 Minuten. Nach 54 Minuten, 20 Paraden und einem gehaltenen Siebenmeter verließ SGL-Keeper Roko Peribonio das Feld – und ließ sich feiern. Der Rest war Kür: Das 32:22 markierte eine Glanzpunkt in dieser Saison. Für SGL-Handball-Chef Uli Roth war es dennoch nur ein erster Schritt in der letzten heißen Phase der Saison im Kampf gegen den Abstieg: „Der Druck ist weg, wir können jetzt befreit aufspielen, das hat man gemerkt. Und noch ein Riesenkompliment an unsere Zuschauer, die hier in Leutershausen selbst einen Tabellenletzten noch begeistert unterstützen.“ Denn als sie zu Beginn schon feierten, konnten sie nicht ahnen, dass ihre Mannschaft am Ende des Spiels die „rote Laterne“ abgegeben haben würde. (rk)

SG Leutershausen: Peribonio, Christian, Frietsch 2, Gunst 5/2, Müller 2, Forstbauer 9, Ruß 3, Prestel 3, Volk 4, Geppert 2, Conrad, Engels 2/1.

TV Bittenfeld: Müller, Sdunek, Schimmelbauer, Schöbinger 1, Kienzle 2, Weiß 2, Schweikardt 4/2, Friedrich 3, Jungwirth 5, Baumgarten 2, Wehner 1, Selz 1, Szczesny 1