Handball: „Rote Teufel“ wollen gegen Großwallstadt bestehen – und halten Wort

Im Traditionsderby trennen sich die SG Leutershausen und der TV Großwallstadt 27:27

(rkü) „Da geht was“, flüsterte SGL-Coach Marc Nagel noch am Abend vor dem Spiel gegen den TV  Großwallstadt kaum vernehmbar – als wollte er es nicht verschreien: „Die Jungs sind heiß.“ Vier Jahre, von 1995 bis 1999, spielte Leutershausens Mann auf der Bank selbst für den TVG: „Die Unterfrankenhalle – was haben wir da für Spiele gemacht…“ Inzwischen heißt die Unterfrankenhalle „f.a.n. frankenstolz arena“, und Großwallstadt backt kleinere Brötchen als zu Marc Nagels Zeiten. Die 4.200 Zuschauer fassende Arena ist nur zu gut einem Drittel gefüllt, die Unterfranken rangieren in der Tabelle der zweiten Liga auf vierzehnter Stelle, vier Plätze vor der SG Leutershausen. Nach einem engagierten Auftritt und dem Sieg gegen den Tabellendritten Bietigheim hatten sich die „Roten Teufel“ viel vorgenommen: „Nach einem guten Spiel endlich mal noch ein gutes nachlegen“, so Marc Nagel – und daraus im Idealfall sogar eine Serie werden lassen, wenn die zwei kommenden Heimspiele gegen Altenholz und Saarlouis gut laufen.

Entsprechend legte die SGL gegen Großwallstadt los. Sie holte sich gleich nach Spielbeginn die Führung und hielt sie zunächst eine gute Viertelstunde lang, ehe die Hausherren erstmals 6:5 in Front gingen. Leutershausen hatte den Ausfall von Torhüter Alexander Hübe zu kompensieren, der wegen einer wieder aufgebrochenen Zerrung im Oberschenkel pausieren musste – ihn vertraten wechselweise Sebastian Ullrich und Patrick Koch. Letzterer ahnte gegen Ende der ersten Halbzeit die richtige Ecke, als er einen Siebenmeterversuch von Michael Spatz abfischte (26.). Großwallstadt wirkte in seinen Aktionen etwas agiler, konnte sich aber gegen konzentriert und geduldig agierende Leutershausener nicht zählbar absetzen. Beim Stand von 14:13 ging es in die Pause.

Auch nach dem Seitenwechsel zeichnete sich eine ähnlich enge Partie wie bereits im Hinspiel (Endstand: 27:29 für den TVG) ab. Die Gäste zwangen die Hausherren durch eine konsequente Abwehrarbeit in Fehler, holten dadurch zwar den Ausgleich, versäumten es aber nun sich auch in der Offensive durchzusetzen. Zweimal in Folge ließen sie Torwart Matthias Lenz gut aussehen, ein weiteres Mal blieben sie im TVG-Block hängen. Befreiend die beiden Tempogegenstöße in der 40. Minute, in denen jeweils Niklas Ruß Fehler der TVG-Offensive in Tore für Leutershausen ummünzte – jetzt stand es 17:18 für die Bergsträßer. Zugleich zeigte nun Sebastian Ullrich im Tor der Gäste drei Paraden am Stück, unter anderem einen gehaltenen Siebenmeter. Nachdem die Hausherren aber doch wieder den Ausgleich holten, warf Marc Nagel erneut die grüne Karte (43.). Vorübergehend erarbeitete sich die SGL einen leichten Vorteil, hatte dann aber ihre liebe Mühe mit Großwallstadts Florian Eisenträger, der in dieser Phase Treffer sieben und acht auf seinem Konto verbuchte. Jetzt also wieder die Gastgeber vorne. Die Partie wogte hin und her, inzwischen auf beiden Seiten körperlich robust geführt.

Drei Minuten vor dem Ende kochte die Stimmung in der Arena dem Höhepunkt entgegen: Beim Stand von 26:26 erkämpfte sich Leutershausen den Ball nahezu in Rugby-Manier, brachte den Ball aber erst nicht im Großwallstädter Gehäuse unter. Das besorgte Pascal Durak nach einem weiteren Tempogegenstoß, auf den allerdings wieder ein TVG-Treffer folgte: Michael Spatz markierte zum 27:27. Noch 60 Sekunden. Zwei Auszeiten und eine Ullrich-Parade später war klar – das war’s. Punkteteilung in der Frankenstolz-Arena und die Erkenntnis: Spiele zwischen der SG Leutershausen und dem TV Großwallstadt haben es immer noch in sich.

SG Leutershausen: Ullrich, Koch, Schulz 1, Forstbauer, Conrad, Volk 1, Geppert 6, Ruß 5, Durak 5/2, Dippe 2, Frietsch 3, Prestel 4, Engels, Wilde.