Heidelberg: Abschluss der Ermittlungen im Fall „Normannia“ erst im Februar

Der Fall schlug hohe Wellen: Bei einer Burschenschaftsfeier in Heidelberg soll ein junger Mann aus antisemitischen Motiven gedemütigt worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Monaten. Wegen neuer Stellungnahmen einiger Verteidiger der zehn Beschuldigten würden die Untersuchungen frühestens Mitte Februar beendet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Heidelberg der Deutschen Presse-Agentur. Es müssten noch Zeugen gehört werden. Erst dann wird entschieden, ob sich der Verdacht der gefährlichen Körperverletzung erhärtet und Anklage gegen die neun Männer und eine Frau erhoben wird.

Ende August 2020 hatte ein damals 25-Jähriger als Gast eine Party mit etwa 30 Feiernden im Haus der Studentenverbindung Normannia besucht. Dort soll er malträtiert worden sein. Er sei mit Gürteln geschlagen, mit Münzen beworfen und antisemitisch beleidigt worden, so die Staatsanwaltschaft Heidelberg. Das Opfer hatte laut Staatsanwaltschaft zuvor berichtet, er habe jüdische Vorfahren. Nach seiner Misshandlung erstattete er Anzeige.

Die Alten Herren der Normannia hatten sich im Blick auf den Fall von Antisemitismus distanziert. Die Studentengruppe, in der der Übergriff stattgefunden haben soll, wurde aufgelöst. Das Geschehen hatte Erschütterung in der Öffentlichkeit und eine Diskussion über
Judenfeindlichkeit und rechtsextremes Gedankengut in Burschenschaften ausgelöst. (mho/dpa)