Heidelberg: Am Dienstag wird am Uniklinikum gestreikt – Betrieb nur in Feiertagsbesetzung

Zur dritten Verhandlungsrunde ruft die Gewerkschaft ver.di an den Unikliniken zu ganztägigen Warnstreiks auf. In Heidelberg wird am Dienstag die Arbeit nieder gelegt, das teilt die Gewerkschaft mit. Der Betrieb des Klinikums läuft nur auf Feiertagsbesetzung. Elektive Maßnahmen und Termine müssten abgesagt werden. Ver.di hat den Angaben nach mit dem Vorstand eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen. Ein Teil der streikbereiten Mitarbeiter wird auf ihr Streikrecht verzichten müssen, um die Notfallversorgung der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Ein Streikschwerpunkt ist die Anästhesiepflege und die OP.

„Wir gehen davon aus, dass ca. 80% des an Wochentagen üblichen OP-Programms abgesagt werden muss.“, so die ver.di-Ansprechpartnerin vor Ort Monika Neuner. „Zahlreiche Stationen sind mit Bettenschließungen einbezogen, auch ein großer Teil der Beschäftigten in den Ambulanzen und in der Funktionsdiagnostik haben ihre Streikbeteiligung angekündigt.“, so Neuner weiter.

Mit dem Streik will man die Arbeitgeber dazu bewegen, bei den Verhandlungen ein Angebot abzugeben, das allen Beschäftigten in den Kliniken deutlich mehr Geld bringt. Bisher sind die Arbeitgeber offenbar nur bereit, die Pflege zu stärken. Für die Mehrheit der Beschäftigten bedeute das derzeitige Angebot Stagnation, so ver.di.

Irene Gölz, ver.di Verhandlungsführerin: „Am Montag und Dienstag rufen wir alle Beschäftigten der Kliniken zum Warnstreik auf, Pflegekräfte und Laborbeschäftigte, Therapeutinnen, Beschäftigte in der Verwaltung, in den technischen und allen anderen Bereichen der Kliniken. Weil wir einen Tarifabschluss wollen, der alle Beschäftigten stärkt. Wir kämpfen dafür, dass der Kuchen groß genug für alle ist. Denn alle Beschäftigten zusammen sichern die gute Versorgung der Patientinnen und Patienten.“

In der zweiten Verhandlungsrunde am vergangenen Freitag boten die Arbeitgeber bei einer Laufzeit von drei Jahren Entgeltsteigerungen in drei Stufen zum 1. Oktober 2019 von zwei Prozent, zum 1. Oktober 2020 von 1,5 Prozent und zum 1. November 2021 von 1,5 Prozent an. Für die Pflege soll es zusätzlich aufgrund der fast vollständigen Refinanzierung 200 Euro im Monat mehr geben, für die Pflegehelfer*innen allerdings nur 100 Euro. Damit würde für weit über die Hälfte der Beschäftigten das Niveau des Abschlusses für den öffentlichen Dienst der Länder aus diesem Jahr nicht annähernd erreicht, so die Gewerkschaft in ihrer Mitteilung. (asc)