Heidelberg: Bürger entscheiden gegen Verlagerung des Ankunftszentrums für Flüchtlinge

Das Ankunftszentrum des Landes Baden-Württemberg für Flüchtlinge wandert nicht auf das Gewann Wolfsgärten am Autobahnkreuz Heidelberg. Das ergab der Bürgerentscheid am Sonntag. Über 70 Prozent der abgegebenen Stimmen waren gegen den von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Standort zwischen Wieblingen und Eppelheim.

Von insgesamt 109 204 wahlberechtigten Heidelbergerinnen und Heidelbergern nahmen rund 42 000 an der Wahl teil, die große Mehrheit per Briefwahl. Bereits weit vor Ende der Auszählung war klar, dass das nötige Quorum erreicht würde. 21 841 Menschen, d.h. mindestens 20 Prozent aller Wahlberechtigten, mussten entweder für „Ja“ oder „Nein“ votieren. Über 30 000 stimmten am Ende mit „Ja“ und damit gegen die Verlagerung.

Jetzt muss der Gemeinderat darüber beraten, wie er mit dem Ergebnis umgehen wird. Oberbürgermeister Eckart Würzner hatte im Vorfeld des Bürgerentcheids betont, dass alle Alternativstandorte zu den Wolfsgärten nach jahrelanger Prüfung ausgeschieden waren.

Aktuell befindet sich die Landes-Einrichtung in der ehemaligen US-Siedlung Patrick-Henry-Village. Dort nimmt das Ankunftszentrum etwa 30 Hektar Fläche ein. Die einstige Kaserne soll allerdings zu einem neuen Stadtteil ausgebaut werden. Die Stadt hatte unter anderem damit geworben, dass die Flüchtlings-Einrichtung am Standort Wolfsgärten mit acht Hektar deutlich kleiner ausfalle. Erst vor wenigen Tagen präsentierte das Land einen Entwurf, wie das Ankunftszentrum für 2000 Menschen in den Wolfsgärten aussehen könnte. (wg)