Heidelberg: Chloroform-Prozeß vor Ende

Heidelberg (dpa/lsw) – Versuchter Mord oder Akt aus Liebe? Der
Heidelberger Chloroform-Prozess steht kurz vor seinem Ende. Während
die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass der Angeklagte seine
Ex-Frau mit Chloroform vergiften wollte, beteuert der 38-Jährige, er
habe sein Opfer nicht ernsthaft gefährden wollen. Für Mittwoch (14.00
Uhr) werden die Plädoyers erwartet.
Der Mann aus Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis) hatte zwar die Tat
gestanden. Die damals 34-Jährige sollte laut seiner Version aber
annehmen, dass sie einen Anfall hatte – und von ihm versorgt wurde.
So habe sie wieder spüren sollen, dass sie zu ihm gehöre. Der
Angeklagte gab auch zu, sie zunächst mit einem Elektroschocker
angegriffen zu haben, um sie kampfunfähig zu machen.
Die beiden sind seit rund zehn Jahren geschieden, waren aber kurz
vor der Tat wieder zusammengekommen. Laut Anklagebehörde wollte der
Mann die Frau töten, weil sie vorhatte, sich endgültig von ihm zu
trennen.