Heidelberg: Deutschland-Achter begeistert bei Rudern gegen Krebs

Das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes, der Deutschland-Achter, hat bei der Benefizregatta Rudern gegen Krebs in Heidelberg am Samstag für große Begeisterung bei rund 3000 Zuschauern gesorgt. Die Truppe, die bei den Spielen in Rio die Silbermedaille gewann, trat in der olympischen Besetzung über die 300-Meter-Strecke auf dem Neckar in drei Rennen gegen einen Frauen-Achter aus Cambridge und einen gemischten Heidelberg-Achter mit Olympiasiegerin Carina Bär aus Heilbronn an. Obwohl die Konkurrenten zum Teil großzügigen Vorsprung bekamen, gewann der Deutschland-Achter unter den Augen von Bundestrainer Rolf Holtmeyer alle drei Rennen. Und, beim mittlerweile dritten Gastspiel in Heidelberg, die Sympathien der Besucher. Steuermann Martin Sauer: „So viel Autogramme wie hier haben wir noch nie gegeben!“ Holtmeyer nutzt das Wochenende in Heidelberg darüber hinaus für erste Trainingseinheiten seit Rio.

Insgesamt waren 70 Boote am Start. Gerudert wurde wie immer im Gig-Doppelvierer (mit Steuermann). Anfänger waren dabei genauso willkommen wie erfahrene Ruderer. Veranstalter ist die in Mainz ansässige Stiftung „Leben mit Krebs“, Ausrichter in der Studentenstadt die Rudergesellschaft Heidelberg (RGH), Koordiator das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT). Der Erlös der Regatta geht an die Arbeitsgemeinschaft „Bewegung und Krebs“ am NCT, die Patienten mit einem individuell zugeschnittenen Sport- und Bewegungsprogramm in der Therapie hilft. Mehrere Patienten gaben in Interviews auf der Bühne Einblicke in ihre Kranken- und Therapiegeschichte, darunter Fritz Kuffner, Vater von Deutschland-Achter-Ruderer Andreas Kuffner, der in Heidelberg operiert wurde. Insgesamt kamen bei der siebten Auflage der Regatta in Heidelberg nach ersten Schätzungen von Stiftungsvorstand Dr. Klaus Möller rund 100 000 Euro zusammen.

2005 wurde die Regatta ins Leben gerufen. Seit 2009 ist auch Heidelberg Standort. In diesem Jahr wird in elf Städten für den guten Zweck gerudert. Einen ausführlichen Bericht sehen Sie am Montag im RNF-Sportreport. (wg)