Heidelberg: Gottesdienst in Corona-Zeiten – Erhöhte Vorsicht in der Kirche

Gläubige haben nach der Mahnung der Kirchen wegen des neuartigen Coronavirus ihre Sonntagsgottesdienste unter erhöhter Vorsicht gefeiert. In der evangelischen Christus-Luther-Markus-Gemeinde in Heidelberg begingen die über 70 Gläubigen zwar wie gewohnt das Abendmahl. Wein oder Traubensaft gab es aber nur in speziellen Einzelkelchen. Diese sehen aus wie silberne Eierbecher. Zudem desinfizierten sich die Kirchendiener vor der Ausgabe des Brotes die Hände.

Gute Vorsichtsmaßnahmen seien wichtig, es dürfe aber keine Panik ausbrechen, sagte Christof Ellsiepen, Dekan der Evangelischen Kirche in Heidelberg, vor dem Gottesdienst am Sonntagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) empfahl ihren Gemeindemitgliedern am Samstag angesichts der weiteren Ausbreitung des Erregers, etwa beim Abendmahl nicht aus ein und demselben Kelch zu trinken. Die katholische Kirche hatte zu ähnlichen
Vorbeugemaßnahmen geraten. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart teilte mit, es solle vorerst auf das Händereichen als Friedensgruß verzichtet und ausschließlich die Handkommunion angeboten werden.
Auch die Weihwasserbecken werden vorerst nicht gefüllt.

Die Unsicherheit wegen des Virus sei derzeit hoch, sagte Johannes Trott. Er ist Arzt und einer der Kirchenältesten der Christus-Luther-Markus-Gemeinde. Maßnahmen wie Einzelkelche seien sinnvoll und für die Gemeinde kein logistischer Aufwand. „Die Kelche haben wir ohnehin schon und verwenden sie auch regelmäßig.“ Seine Gemeinde ist mit über 7000 Gläubigen die größte evangelische Kirchengemeinde in Heidelberg. (mho/dpa)