Heidelberg: HeidelbergCement mit verhalten optimistischem Ausblick

 

Nach einem Gewinnsprung 2015 blickt HeidelbergCement gelassener in die Zukunft. Auftrieb soll die Übernahme von Italcementi bringen, die noch in diesem Jahr abgeschlossen sein soll.


Heidelberg (dpa/lsw) – Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat ein gutes Jahr 2015 hinter sich und blickt verhalten zuversichtlich in die Zukunft. Für das laufende Jahr werde ein moderater Anstieg bei Umsatz, operativem Ergebnis und Gewinn angepeilt, sagte Unternehmenschef Bernd Scheifele am Donnerstag in Heidelberg bei Vorlage der endgültigen Zahlen für das Jahr 2015. Auftrieb erhofft sich der Konzern durch die milliardenschwere Übernahme des Konkurrenten Italcementi, die noch in diesem Jahr abgeschlossen sein soll. Sobald der Deal in die Bilanz mit einfließt, rechnen die Heidelberger nach eigenen Angaben mit einem starken Anstieg beim Umsatz und operativen Ergebnis.

2015 hatte Heidelberg mit knapp 13,5 Milliarden Euro dank der Euro-Schwäche 7 Prozent mehr umgesetzt. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 14 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieben bei den Aktionären 800 Millionen Euro hängen, ein Plus von 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Dividende soll je Aktie um 73 Prozent auf 1,30 Euro erhöht werden und hätte damit das Rekordniveau von 2007 erreicht. Während der Konzern von einer besseren Baustoffnachfrage in Großbritannien und im Norden der USA profitierte, machten ihm in Russland und der Ukraine die Abwertung der Währungen und sinkende Preise zu schaffen.

„Der Ausblick für die Weltwirtschaft ist zwar positiv, aber es bestehen große makroökonomische und insbesondere geopolitische Risiken“, sagte Scheifele. Sein Unternehmen werde aber von der guten und stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in den Industriestaaten profitieren. Die Übernahme von Italcementi will HeidelbergCement in der zweiten Jahreshälfte abschließen. In einem ersten Schritt will das Unternehmen bis Mitte 2016 den 45-Prozent-Anteil der Finanzholding der Familie Pesenti erwerben und den verbliebenen Italcementi-Aktionären danach ein Pflichtangebot machen. Die Deutschen wollen mit der 3,7 Milliarden Euro schweren Transaktion den Abstand zum Marktführer LafargeHolcim verkürzen. Bei Zuschlagstoffen wie Sand, Kies und Schotter würden sie sogar wieder die Nummer eins.