Heidelberg: Heidelberger Druck setzt Hoffnung in Digitaldruck

Auf dem Weg aus der Krise setzt der Maschinenbauer Heidelberger Druck auch große Hoffnungen in den Digitaldruck. Dessen Anteil am Umsatz solle von derzeit rund fünf Prozent auf etwa zehn Prozent im Jahr 2020 steigen, sagte Unternehmenschef Gerold Linzbach in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis).
Das Geschäft mit Digitaldruckmaschinen soll eine stärkere Kundenbindung bringen: Die Käufer bräuchten von Heideldruck schließlich auch die passende Farbe für die Maschine. Für den herkömmlichen Druck gebe es in der Regel viele andere Farbanbieter. Das sei ein ganz neues Geschäftsmodell mit viel Wachstumspotenzial.
Heidelberger Druck versucht seit Jahren, sich aus der Krise zu kämpfen. Die Druckmaschinenindustrie war von der Wirtschaftskrise so schwer gebeutelt wie kaum eine andere Branche. Der Konzern steckt mitten in einer Neuausrichtung. Zuletzt hatte das Unternehmen nach fünf Verlustjahren in Folge wieder einen Jahresüberschuss von vier
Millionen Euro erzielt. „Mit der schwarzen Null hatten wir den Beweis, dass wir nicht zu Verlusten verdammt sind, aber das war eben nicht genug“, sagte Linzbach. „Wir sind von der Intensivstation runter.“ Kurzarbeit gebe es aber in einigen Bereichen noch immer.
Vorläufige Jahreszahlen will Heideldruck Anfang Mai vorstellen. Nach neun Monaten stand wegen der Kosten für die Neuausrichtung ein Minus von 95 Millionen Euro (Vorjahr: -40) in der Bilanz. Im Anfang April begonnenen neuen Geschäftsjahr soll der Konzernumbau Früchte tragen.
Aus dem Digitalgeschäft hatten sich die Heidelberger 2004 zunächst zurückgezogen. „Damals war der Markt für so eine Maschine noch nicht reif“, sagte Linzbach. Seit 2011 ist der Konzern hier wieder aktiv.
Seit Ende 2013 gibt es auf diesem Feld eine Zusammenarbeit mit Fujifilm. Bislang seien mehr als 500 Digitaldruckmaschinen verkauft worden, sagte der Unternehmenschef.
Auf der Branchenmesse Drupa will er 2016 ein neues Modell präsentieren, mit dem größere Flächen bedruckt werden können.
Digitaldruck sei vor allem für Kunden mit kleinerer oder individualisierter Verpackungsauflage interessant, die ihr Design häufig änderten, wie etwa die Pharma- oder Kosmetikbranche.(dpa/lsw)