Heidelberg: Knappe Rats-Mehrheit für neues Ankunftszentrum – Flüchtlinge werden in „Wolfsgärten“ umquartiert

Der Gemeinderat Heidelberg beschloss gestern abend, dass das Ankunftszentrum für Flüchtlinge im Gewerbegebiet „Wolfsgärten“ eingerichtet wird. Die Abstimmung fiel mit 24 Ja- und 21 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen denkbar knapp aus. Damit fand das zweijährige Ringen um den Standort ein vorläufiges Ende. Vor der Entscheidung protestierten nach Polizeiangaben etwa 60 Menschen gegen die Verlagerung des Ankunftszentrums. Die Kritiker halten den neuen Standort aufgrund seiner Lage zwischen zwei Autobahnen und einer Bahnstrecke für menschenunwürdig. Das neue Ankunftszentrum werde sehr verdichtet sein, eher lagerähnlich, so die Befürchtung. Der Beschluss sieht eine Realisierung der Pläne bis 2023 vor. Derzeit werden rund 450 Flüchtlinge im Ankunftszentrum auf dem Gelände der Patrick-Henry-Village betreut. Hier bietet das Zentrum Platz für bis zu 3500 Bewohner und 500 Mitarbeiter. Es muss verlegt werden, weil Heidelberg auf der Konversionsfläche einen neuen Stadtteil entwickeln will. (mho/dpa)