Heidelberg/Mainz: Pendler kommen schlechter mit dem Zug ins Rhein-Main-Gebiet

Mit Beginn des Winterfahrplans der Deutschen Bahn fallen einige wichtige Verbindungen aus der Rhein-Neckar-Region ins Rhein-Main-Gebiet weg. Betroffen sind Hin- und Rückfahrt des ICE 2010/2011 von Stuttgart über Heidelberg und Mannheim nach Mainz und Koblenz sowie der morgendliche IC 1510 von Stuttgart über Heidelberg nach Wiesbaden. Das geht aus einer Antwort des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums in Mainz auf eine kleine Anfrage mehrerer Landtagsabgeordneten der Grünen hervor.

«Die Landesregierung hält die Streichung beider Züge am Morgen für eine Verschlechterung der Angebotsstruktur», heißt es in der Antwort von Verkehrsstaatssekretärin Daniela Schmitt. Sie ist auch FDP-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz im kommenden März.

Ein Umstieg auf den Nahverkehr bedeute 14 Minuten mehr Fahrtzeit. Die temporäre Streichung sei ein «falsches Signal». «Die Landesregierung ist der Ansicht, dass die Landeshauptstadt Mainz dauerhaft eine gute Anbindung an das Deutsche Fernverkehrsnetz braucht, um Wettbewerbsvorteile gegenüber vergleichbaren Großstädten zu haben», schreibt Schmitt.

«Pendlerinnen und Pendler, die aus der Metropolregion Rhein-Neckar nach Mainz pendeln, können mit dem Fernverkehr nicht mehr pünktlich am Arbeitsplatz sein», sagte die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion in Mainz, Jutta Blatzheim-Roegler, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Dies sei «ein fatales Zeichen» im Kampf gegen die Klimakatastrophe, weil Menschen aufs Auto umsteigen müssten. Zudem werde es negative Auswirkungen für den Wirtschaftsstandort Mainz haben, gerade Arbeitnehmer aus führenden Unternehmen wie Biontech und der Schott AG pendelten mit dem Zug zwischen diesen Regionen.