Heidelberg: Mutmaßlich rassistischer Angriff auf Eiscafé-Gäste – Urteile erwartet

Im Prozess um einen mutmaßlich rassistischen Angriff auf Gäste eines Eiscafés in Wiesloch im Rhein-Neckar-Kreis werden heute die Urteile erwartet. Die Angeklagten, drei Brüder im Alter von 29, 32 und 37 Jahren, müssen sich seit Anfang Mai vor dem dortigen Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gefährliche Körperverletzung und die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in Tateinheit mit Volksverhetzung vor.  Nach Überzeugung der Anklagebehörde hatten die Männer vor fast zwei Jahren in der Wieslocher Innenstadt rassistische Parolen skandiert. Sie sollen etwa den Hitler Gruß gezeigt und «Heil Hitler!» gegrölt haben. Dann sollen sie mehrere türkisch- und portugiesischstämmige Familien im Außenbereich der Eisdiele teils mit Stühlen angegriffen haben. Die Männer hatten sich demnach zu einem Junggesellenabschied getroffen. Die Angeklagten hatten die Taten zum Prozessauftakt weitestgehend gestanden. Der Prozess wurde ins Heidelberger Landgericht verlegt, damit die coronabedingten Hygienemaßnahmen besser umgesetzt werden können. Aus diesem Grund wurde zunächst auch nur gegen drei der insgesamt sechs Beschuldigten aus dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Kreis Karlsruhe verhandelt. (lsw/mj)