Heidelberg: Nach Bluttest-Skandal an Uni-Klinik erster Prozess am Arbeitsgericht

Die Bluttest-Affäre an der Heidelberger Uni-Klinik zieht eine erste juristische Aufarbeitung nach sich. Der Leiter der rechtsabteilung Markus Jones klagt vor dem Arbeitsgericht gegen seine Freistellung und das verhängte Hausverbot. Er will eine einstweilige Verfügung gegen seine Freistellung erwirken, weil er die gegen ihn ergriffenen Maßnahmen für unangemessen hält. Der Chef der Frauenklinik, Christof Sohn, hatte bei einer Pressekonferenz am 21. Februar einen Bluttest als bald marktreifen Meilenstein bei der Brustkrebserkennung vorgestellt. Kritiker warfen ihm vor, angesichts fehlender Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift und hoher Fehlerquoten unbegründete Erwartungen zu schüren. Einer der Vorsitzenden einer externen Kommission zur Aufarbeitung der Affäre, der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft Matthias Kleiner, hatte im Juli von „Führungsversagen, Machtmissbrauch und Eitelkeit“ in der Klinik gesprochen. (mho/dpa)