Heidelberg: NCT wird Spitzenzentrum

Bund und Land Baden Württemberg werden den Ausbau des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg zu einem Spitzenzentrum der Krebsmedizin finanzieren. Dies verkündeten Prof. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg, bei der Festveranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) am Freitag. „Die Zukunft des NCT liegt darin, jedem Patienten und jeder Patientin künftig eine maßgeschneiderte Therapie anbieten zu können. Das ist das Herzstück der individualisierten Medizin, die der Bund auch mit einem eigenen Aktionsplan gezielt stärkt“, sagte Prof Johanna Wanka und ergänzte: „Die Bundesregierung wird dauerhaft die zusätzlichen Mittel bereitstellen, damit das NCT dieses Ziel erreicht und sich zu einem der führenden Zentren in der individualisierten Krebsforschung in Europa und weltweit entwickelt.“

Wie es in der DKFZ-Mitteilung  heißt, stocken Bund und Land Baden Württemberg gemeinsam das DKFZ-Budget auf: Beginnend im Jahr 2015 mit fünf Mio. Euro pro Jahr und jährlich aufwachsend, bis im Jahr 2019 die volle Förderung von 25 Mio. Euro erreicht ist. Darüber hinaus stellt das Land Baden-Württemberg 20 Millionen zur Erweiterung des DKFZ-Gebäudes zur Verfügung. „Der Ausbau zum „NCT 3.0“ stärkt Heidelbergs Position in der Spitzengruppe der internationalen Krebsforschung und Krebsmedizin; mit neuen Möglichkeiten bei der Erfassung der genetischen Grundlagen von Krebs sowie gezielten neuen Therapien für die Patienten“, sagte Ministerin Theresia Bauer.

Das NCT Heidelberg wurde 2004 vom DKFZ, Universitätsklinikum Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe gegründet. Seine interdisziplinäre Tumorambulanz ist das zentrale Eingangsportal für alle Heidelberger Krebspatienten. Im NCT verwirklichen die beteiligten Partner eine Kombination aus tumorbiologischer Forschung und innovativer Krebsmedizin.

Das Konzept des NCT hat sich als überaus erfolgreich erwiesen: Mehrere internationale Gutachten haben ihm außerordentliche Erfolge attestiert, es gilt als das führende Comprehensive Cancer Center in Europa. Bei der molekularen Tumoranalyse nimmt das NCT schon heute international eine Vorreiterrolle ein. Die große Resonanz zeigt sich auch an den derzeit etwa 50.000 Patientenkontakten pro Jahr, die das NCT-Gebäude mehr als auslasten. Waren es zu Beginn lediglich 3.000 neu an Krebs erkrankte Patienten, die sich an das NCT wandten, waren es im Jahr 2013 schon mehr als 12.000. Auch die Kapazitäten der molekularen Tumoranalyse sind an ihre Grenzen geraten.

„Die Heilungsraten bei Krebs liegen heute bei 50 bis 60 Prozent“, sagte Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otmar D. Wiestler, der Vorstandsvorsitzende des DKFZ. „Bei fortgeschrittenen Tumorleiden können wir den Betroffenen jedoch kaum noch wirksame Behandlungen anbieten. Nur durch eine umfassende Analyse des individuellen Tumorgewebes lassen sich charakteristische Strukturen der Krebszellen entdecken, die wir mit modernen Medikamenten attackieren können. In einem ausgebauten „NCT 3.0“ werden noch sehr viel mehr Patienten von diesen zukunftsweisenden Technologien profitieren“

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. (wg)

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