Heidelberg: Polizei trennt AfD-Veranstaltung und linke Szene

Bei einer Wahlkampfveranstaltung der AfD am Freitagabend in der Heidelberger Stadtbibliothek mußte die Polizei eingreifen. 20 Personen aus der „linken Szene“ wurden aus dem von der Rechtspartei für diesen Zweck angemieteten ersten Obergeschoss nach unten verwiesen, bestätigte ein Polizeisprecher am Sonntag auf Anfrage. 19 Personen kamen der Aufforderung nach. Eine Person weigerte sich, leistete den Angaben zufolge aber keine Gegenwehr. Da die AfD als Mieter auftrat, lag das Hausrecht bei ihr. Die Antifaschistische Initiative Heidelberg indessen schreibt, dass das Hausrecht an eine „dubiose schwarzgekleidete Gruppe namens ‚Mixed Martial Arts Sportakademie‘ übertragen“ worden sei. „Die Stadträtin Hilde Stolz, die ebenfalls an der Veranstaltung teilnehmen wollte, wurde von diesen ‚Kampfsportlern‘ körperlich angegangen“, heißt es. Den Saal habe sie nicht betreten dürfen, genausowenig wie die Presse. Der Polizeisprecher bestätigte die Anwesenheit eines Sicherheitsdienstes,  nicht aber den angeblichen Vorfall mit der Stadträtin.

Rund 50 AfD’ler kamen in Heidelberg laut Polizei zusammen, darunter der Mannheimer Landtagsabgeordnete Rüdiger Klos als auch die Heidelberger Politikern Anja Markmann. Die Veranstaltung begann um 18.30 Uhr, um 21 Uhr war sie beendet. Von Oberbürgermeister Dr. Eckhart Würzner fordern die Antifaschisten Antworten. Sie wollen wissen, ob die Stadtbücherei für eine geschlossene Veranstaltung vermietet werden und das Hausrecht an eine „Kampfsportgruppe“ übertragen werden könne. (wg)