Heidelberg: Polizeilicher Großeinsatz auch auf Twitter

Die Polizei in Mannheim ist nach der tödlichen Autofahrt von Heidelberg ungewöhnlich direkt auf Twitter-Nutzer eingegangen, die sich beleidigend geäußert oder Gerüchte und Falschinformationen über den Fahrer gestreut hatten. Einige Beispiele, wie die Polizei die Tweets mit ihrem offiziellen Account beantwortet hat:

1.) Nutzer: „…He’s a fucking Muslim. Fuck the lot of them out of the West.“ (etwa: Er ist ein verfluchter Muslim. Sie sollen sich aus dem Westen verpissen.)
Polizei Mannheim: „WTF are you talking about?“ (Über was zum Teufel reden Sie?)

2.) Nutzer: „EIL: Laut Freunden bei der Polizei ist der angeschossene Täter von #Heidelberg ein sogenannter #Flüchtling“
Polizei Mannheim: „Nö, ist er nicht.“

3.) Nutzer: „Wie sieht der Täter aus was für Herkunft hat der Täter? Erzählen Sie die ganze Wahrheit oder halten Sie ihr Maul.“
Polizei Mannheim: „Gute Kinderstube vergessen oder nie genossen? Alles zu seiner Zeit, sprich, wenn die Ermittlungen so weit sind.“

4.) Nutzer: „Verstärkte Abschiebung muss von allen Bundesländern eingehalten werden ! Kein weiterer Zuzug !)“
Polizei Mannheim: „Was willst Du uns mit diesem Tweet sagen? By the way: Keine Leerzeichen vor dem Ausrufezeichen!!!“

5.) Nutzer: „You should know how the person looks at the very first stages of the investigation. #Heidelberg“ (Sie sollten schon zu Beginn der Ermittlungen wissen, wie die Person aussieht.)
Polizei Mannheim: „What does the look of a person state“ (Was sagt das Aussehen über eine Person aus?)

6.) Nutzer: „VIDEO #Anschlag – Muslimische Terrorist rast in #Heidelberg mit Auto in Menschenmenge #islam #Terror #deutschland“
Polizei Mannheim: „Wie kommst du drauf?“

Die Polizei in Mannheim prüft, ob sie gegen beleidigende und anstößige Beiträge vorgehen kann, die nach der Todesfahrt von Heidelberg auf Twitter verbreitet wurden. „Wir werden uns einzelne Meldungen anschauen und nach ihrem strafbaren Inhalt bewerten“, sagte Polizeisprecher Norbert Schätzle am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Die Pressestelle der Polizei hatte nach dem Vorfall vom Samstagnachmittag stundenlang mit Anfragen und auch ausfallenden Tweets aus dem In- und Ausland zu tun. Von anderen gab es aber auch reichlich Lob für die Arbeit der Beamten vor Ort und des Social-Media-Teams. (dpa/wg)