Heidelberg: Schlägereien in der Altstadt – Handy-Voyeurismus eskaliert

Gleich mehrere Auseinandersetzungen hielten Polizei und Rettungskräfte in der Nacht in Heidelberg in Atem. Schauplatz des Geschehens waren Marktplatz und die Kneipenmeile Untere Straße. Über 20 Streifenwagen waren laut Polizei im Einsatz, um die Lage zu beruhigen.

Während zwei Streitigkeiten vor zwei Gaststätten in der Unteren Straße mit zwei Leichtverletzten vergleichsweise glimpflich abliefen – die jeweiligen Tatverdächtigen wurden festgenommen -, gerieten gegen 3.30 Uhr zwei Personengruppen vor der Heiliggeistkirche aus bislang unbekannten Gründen in Streit. Dabei wurde eine Person durch einen Stich in den Unterarm mit einem noch unbekannten Gegenstand schwer verletzt. Beide Tatverdächtige flüchteten, wurden aber wenig später in unmittelbarer Tatortnähe festgenommen.

Kurz vor 5 Uhr wurden in der Fußgängerzone am Anatomiegarten und wenig später am Übergang zum Bismarckplatz zwei verletzte Männer angetroffen. Beide wiesen Schnittverletzungen am Hals auf, wie sie von abgeschlagenen Flaschen herrühren könnten. Wie es dazu kam, ist noch nicht bekannt. Ob ein Tatzusammenhang besteht, ist Gegenstand weiterer Ermittlungen. Nach derzeitigen Erkenntnissen ist ein Zusammenhang mit der Auseinandersetzung auf dem Marktplatz unwahrscheinlich. In beiden letztgenannten Fällen hat das Dezernat Kapitalverbrechen der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg die weiteren Ermittlungen übernommen.

Beim Einsatz an der Heiliggeist-Kirche zückten einzelne Passanten ihre Handys und filmten die Szenerie, um die Aufnahmen. Auf die Spitze trieb es ein angetrunkener Passant, der den Schwerverletzten aus nächster Nähe gefilmt haben soll. Als er zurückgedrängt werden sollte, setzte sich der Mann zur Wehr und griff die Beamten an. Als diese ihn festnahmen und dazu auch Zwang anwenden mussten, solidarisierten sich mehrere Schaulustige mit dem Festgenommen und bedrängten die Beamten. Nur mit Mühe wurde die Menschenansammlung aufgelöst und Platzverweise gegen jeden Einzelnen verhängt. Erste Ermittlungsschritte gegen Personen, die nicht geholfen haben, sind bereits eingeleitet.

„Dass es wichtig ist, zu relevanten Zeiten zusätzliche Beamte im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft in der Altstadt im Einsatz zu haben, hat sich wieder einmal in der Nacht zum Sonntag gezeigt. Zwar konnten einzelne Auseinandersetzungen nicht gänzlich verhindert werden, aber mehrere Streifen waren jeweils schnell am Ort des Geschehens und konnten auch zeitnah tatverdächtige festnehmen. Wie bereits in der Vergangenheit auch, werden wir gemeinsam mit der Stadt Heidelberg die Ereignisse in der Altstadt analysieren und Aufenthaltsverbote für erkannte Straftäter, Störer oder sonstige Krawallmacher konsequent verhängen und durchsetzen“, zeigt sich Polizeipräsident Andreas Stenger entschlossen.

Zeugen, die Hinweise zu den Ereignissen am Marktplatz geben können, sowie Informationen über die Männer mit den Halsverletzungen haben, werden gebeten, sich mit dem Kriminaldauerdienst (0621/174-4444) oder mit dem Polizeirevier HD-Mitte (06221/99-1700) in Verbindung zu setzen. (wg)