Heidelberg: Stadt und Bund entwickeln Patrick-Henry-Village gemeinsam

Die Stadt Heidelberg und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) wollen die ehemalige US-Wohnsiedlung Patrick-Henry-Village gemeinsam zu einem neuen Quartier entwickeln. Dies vereinbarten Vertreter der Stadt und der BImA am Montag bei einer Immobilienmesse in München. Ein Stadtsprecher hob hervor, die Kooperation bedeute einen Schub für das neue Konzept auf der 100 Hektar Fläche im Besitz des Bundes. Die BImA will auf dem Areal, das derzeit als Ankunftszentrum für Flüchtlinge dient, selbst bezahlbaren Wohnraum für Bundesbedienstete wie Bundespolizisten oder Soldaten schaffen.

Das entlaste den privaten Wohnungsmarkt in der Stadt und komme auch anderen Berufsgruppen zu Gute, wenn nicht der gesamte für die
Bundesbediensteten vorgesehene Wohnraum gebraucht werde, erläuterte der Stadtsprecher. Die Stadt habe bei dieser bundesweit bislang wohl einzigartigen Vereinbarung den Vorteil, der BImA etappenweise Flächen abkaufen zu können. Die „PHVision“ mit Wohnraum und Arbeitsplätzen für rund 15 000 Menschen werde Ende des Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt. Daran soll sich eine Bürgerbeteiligung und eine Gemeinderatsentscheidung im März 2020 anschließen. Erste Bewohner sollen im weiteren Jahresverlauf 2020 in ihr neues Domizil einziehen können.

Noch unklar ist, wohin das Ankunftszentrum verlagert wird. Das baden-württembergische Innenministerium hatte sich nach einem eineinhalbjährigen Suchlauf auf das Gebiet „Wolfsgärten“ in Heidelberg festgelegt, damit aber den Gemeinderat nicht überzeugen können. Die Gemeinde Eppelheim hatte sich daraufhin überraschend als Standortalternative angeboten. Das Ministerium ist nach eigenen Angaben bereit, alternative Vorschläge wie Eppelheim zu bewerten und zu prüfen. Das Ankunftszentrum für Baden-Württemberg beherbergt derzeit weniger als 1000 Flüchtlinge. (dpa/lsw/asc)