Heidelberg/Wiesloch: Angriff auf Gäste in Eisdiele – drei Angeklagte vor Gericht

Eineinhalb Jahre nach einem mutmaßlich fremdenfeindlichen Angriff auf Gäste eines Eiscafés in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis) müssen sich drei Brüder vor dem dortigen Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern im Alter von 29, 32 und 37 Jahren gefährliche Körperverletzung und die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in Tateinheit mit Volksverhetzung vor. Der Prozess (Az.: 1 150 Js 230 86/18) wurde ins Landgericht Heidelberg verlegt, damit die Corona-Hygiene-Maßnahmen besser umgesetzt werden können. Aus dem gleichen Grund wird dreien der insgesamt sechs Angeklagten aus dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Kreis Karlsruhe erst in ein paar Monaten der Prozess gemacht. Der SWR hatte zuvor darüber berichtet. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Heidelberg hatten die Männer am 8. September 2018 in der Wieslocher Innenstadt fremdenfeindliche Parolen skandiert sowie mehrere türkisch- und portugiesischstämmige Familien im Außenbereich der Eisdiele teils mit Stühlen angegriffen. Grund ihrer Zusammenkunft sei ein Junggesellenabschied gewesen. Die Angreifer sollen den Hitler-Gruß gezeigt und „Heil Hitler!“gegrölt haben. Fünf Gäste der Eisdiele erlitten laut Polizei Prellungen und Hautabschürfungen. Einer der mutmaßlichen Täter war nach Angaben des Innenministeriums Mechaniker bei der Polizei. Der Tarifangestellte war damals laut Ministerium mit sofortiger Wirkung freigestellt und von sämtlichen Aufgaben entbunden worden. Er sitzt in dem zweiten Prozess auf der Anklagebank. (dpa/lsw/asc)