HeidelbergCement profitiert von Italcementi-Zukauf

Bei HeidelbergCement fließen erstmals die Zahlen von Italcementi in die vorläufige Jahresbilanz ein. Der Baustoffkonzern hatte seinen damaligen Konkurrenten im vergangenen Jahr übernommen.

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat im vierten Quartal vor allem von seinem milliardenschweren Italcementi-Zukauf profitiert. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte von Oktober bis Ende Dezember um 18 Prozent auf 818 Millionen Euro zu, wie das im Dax notierte Unternehmen am Dienstag auf Basis von vorläufigen Berechnungen in Heidelberg mitteilte. Der Umsatz kletterte um 25 Prozent auf 4,24 Milliarden Euro. Italcementi fließt seit dem dritten Quartal in die Bilanz der Heidelberger ein. HeidelbergCement will am 16. März seine vollständige Jahresbilanz vorlegen.

«Das Jahr 2016 war ein wichtiger Meilenstein für HeidelbergCement», sagte Unternehmenschef Bernd Scheifele. «In Anbetracht des insgesamt positiven Ausblicks für die Weltwirtschaft und unserer vorteilhaften geografischen Aufstellung blicken wir zuversichtlich in die Zukunft.»

Für das Unternehmen lief es zuletzt vor allem in Großbritannien und den USA, aber auch in Deutschland und Nordeuropa besser. Rückenwind bekamen die Heidelberger zudem von den weiterhin niedrigen Energiepreisen und ihrem Sparkurs. Allerdings bremste ein früherer Wintereinbruch in Europa, Kanada und in Teilen der USA im Schlussquartal das Wachstum. Zudem belastete die kräftige Abwertung des britischen Pfunds das Ergebnis.

Scheifele hatte kurz nach der Wahl Donald Trump zum US-Präsidenten für Schlagzeilen gesorgt. Damals hatte der HeidelbergCement-Chef eine mögliche Beteiligung seines Unternehmens an Trumps umstrittenen Bauplänen einer Mauer an der Grenze zu Mexiko angedeutet. Schon direkt nach der US-Wahl war der Börsenkurs auf den höchsten Stand seit Beginn der Finanzkrise 2008 gestiegen. Auch nach heftiger Kritik an Scheifeles Äußerungen will der Konzern nichts ausschließen. (lsw)