Schwetzingen/Mannheim: Land plant Ankunftszentrum für Asylbewerber

Baden-Württemberg will eine zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Mannheim oder Schwetzingen einrichten. Als mögliche Standorte werden die Coleman- oder die Spinelli-Kaserne und die Tompkins Barracks genannt. Bislang ist das Registrierungszentrum im Patrick-Henry-Village in Heidelberg. Die Stadt will das Gelände aber anders nutzen. Den Entwurf will Innenminister Thomas Strobl nun mit den Kommunen beraten. Noch in diesem Jahr soll das Konzept vom Kabinett beschlossen werden.
Derzeit stehen noch rund 34 000 Erstaufnahmeplätze zur Verfügung. Weil die Flüchtlingszahlen sinken soll die Zahl  bis 2020 auf höchstens 16 000 Plätze reduziert werden. Geschlossen werden unter anderem die Hammonds Barracks in Mannheim-Seckenheim und die Kaserne in Hardheim.

Für die Stadt Schwetzingen kommen die neuen Pläne für das Ankunftszentrum für Flüchtlinge „sehr überraschend“ – und stoßen auf Ablehnung. Das Kasernengelände sei die letzte Entwicklungsfläche der Stadt vor allem für dringend benötigten Wohnraum. „Von daher ist Stand heute ein mittel- und langfristig
ausgerichtetes Ankunftszentrum in Schwetzingen aus Sicht der Stadt nicht vorstellbar“, sagte der parteilose Oberbürgermeister René Pöltl der Deutschen Presse-Agentur.
Dies würde ihm zufolge auch Absprachen mit dem Land bei Einrichtung der bedarfsorientierten Erstaufnahmestelle 2014 in Schwetzingen widersprechen, in der zeitweise bis zu 1500
Menschen untergebracht waren. Der Rathauschef merkte an, dass er „keine näheren Informationen habe, da es bisher in der Sache noch keinen Kontakt mit mir gab“.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Georg Wacker bezeichnet es als auffällig, dass mit der Verlagerung des Ankunftszentrums innerhalb der Kurpfalz die Region auch weiterhin den landesweiten Schwerpunkt in der Flüchtlingserstaufnahme bilden wird.  Die genaue Standortfestlegung dürfe nur unter Einbeziehung der Bedürfnisse der Kommune stattfinden, auch wenn die jetzt angedachten Flächen sich noch im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben befinden, fordert Wacker. Er gehe davon aus, dass eine sinnvolle Lösung gefunden werden kann, zumal die aktuell noch extrem hohen Kapazitäten in Mannheim durch die Aufgabe der behelfsmäßigen Erstaufnahmen deutlich reduziert werden.