Heidelberg/Stuttgart: Unikliniken legen neues Angebot vor

Bei den Unikliniken im Südwesten standen die Zeichen schon auf Streik. Kurz vor der Urabstimmung jedoch legten die Arbeitgeber ein neues Angebot vor. Am Dienstag wird wieder verhandelt. Kurz vor Beginn der Urabstimmung gehen die Tarifparteien Universitätsklinika Baden-Württemberg und Verdi aufeinander zu. Die Arbeitgeber gaben bekannt, ihr Angebot in wesentlichen Punkten modifizieren zu wollen. Die Tarifparteien kehren deswegen an diesem Dienstag (6. Mai) an den Verhandlungstisch zurück, nachdem die zweite Verhandlungsrunde am 15. April abgebrochen worden war. Verdi setzte die für Montag (5. Mai) geplante Urabstimmung unter ihren Mitgliedern bis zum 7. Mai aus. „Der Druck mit Urabstimmung und Arbeitskampf hat sich gelohnt, mit diesem Angebot können wir weiterverhandeln. Wenn die Arbeitgeber uns in den noch offenen Punkten entgegenkommen, ist am Dienstag auch eine Einigung möglich“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Günter Busch am Freitag in Stuttgart. „Mit diesem Schritt wollen wir Streiks an den Kliniken vermeiden. Diese gehen zulasten von Patienten und des Betriebsfriedens“, sagte Gabriele Sonntag, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Tübingen und Verhandlungsführerin der Universitätsklinika Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm. Inhalt des am Freitagnachmittag vorgelegten Angebots ist laut Busch die Bereitschaft, die Tarifergebnisse des öffentlichen Dienstes für Bund und Kommunen aus der Tarifrunde 2014 für den Uniklinikbereich zu übernehmen. Dazu gehörten insbesondere die Entgelterhöhung von drei Prozent (mindestens aber 90 Euro im Monat), weitere Erhöhung um 2,4 Prozent im nächsten Jahr, Urlaub von 30 Tagen für alle (für Auszubildende 28 Tage) und Übernahmeregelungen für Auszubildende nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Arbeitgeber sind nach den Worten von Verdi zudem bereit, unter anderem über die Vergütung von Auszubildenden zu verhandeln. Die Arbeitgeber haben laut Sonntag die Übernahme des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst angeboten, obwohl die Personalkosten der Uniklinika bereits über 50 Millionen Euro über den vergleichbaren Lohnkosten anderer Krankenhäuser im öffentlichen Dienst liegen. Verdi forderte für die rund 25 000 Krankenschwestern, Pfleger, Techniker oder Laboranten für zwölf Monate eine Lohnerhöhung um einen Sockelbetrag von 120 Euro und zusätzlich drei Prozent. Für alle Beschäftigten einschließlich der Auszubildenden soll es einheitlich 30 Tage Jahresurlaub geben. (dpa/lsw)