Heppenheim: Neues Ultimatum für Odenwaldschule

Bei der Odenwaldschule in Heppenheim spitzt sich die Lage zu. Der Landkreis Bergstraße stellte dem Internat jetzt ein neues Ultimatum. Bis kommenden Donnerstag um 12 Uhr habe die Schule die Chance, Anschuldigungen gegen einen Kinderarzt zu konkretisieren. Es ist die zweite Frist innerhalb weniger Wochen. Das Internat hatte Donnerstag dem Landratsamt mitgeteilt, Schüler hätten behauptet, der Arzt habe sie ohne medizinischen Grund abgetastet. Als Landrat Wilkes daraufhin das Internat kritisierte, weil es die zwei Jahre alten Vorwürfe erst jetzt gemeldet hatte, hatte die Schule ihre eigene Meldung dementiert. In einer Pressemitteilung bezeichnet das Landratsamt dieses Verhalten als absurd. Es sei ein weiterer Versuch, die Vorgänge an der Odenwaldschule zu vertuschen. Unterdessen hat die Schule eine Änderung ihres heftig kritisierten Internatskonzeptes angekündigt. Zur Zeit betreuen jeweils zwei Lehrer eine Gruppe, die als „Familie“ bezeichnet wird. Dieses Verhältnis wird von Kritikern als zu nah empfunden. Man brauche eine Trennung von „Lehrer“ und „Erzieher“,  sowie ein Aufgeben des Familienbegriffs“, so die Internatsleitung. Die Schule kommt damit dem Landkreis Bergstraße entgegen, der eine solche Veränderung gefordert hat. In dem Internat gibt es rund 140 Schüler. (aha)