Heppenheim: Studie über Odenwaldschule sorgt für Irritationen

Eine Studie über die seit Jahren geschlossene Odenwaldschule in Heppenheim sorgt für Irritationen bei den Betroffenen. Nach der Vielzahl von Missrauchsfällen zeigte sich das Vorstandsmitglied des Opfer-Vereins „Glasbrechen“, Johannes von Dohnanyi, verärgert darüber, dass der Verein über die vorliegende Veröffentlichung des Buchs nicht informiert worden sei.

Dabei hätten die Opfer den Psychologen schonungslos Rede und Antwort gestanden, sagte Dohnanyi. Nach Angaben der Münchner Wissenschaftler hatte das hessische Sozialministerium als Auftraggeber der Studie dazu eigentlich eine Pressekonferenz im vergangenen Oktober kurz vor der Hessenwahl geplant. Diese sei dann abgesagt worden. Im Ministerium heißt es dazu, man habe das Buch abwarten wollen. Die Odenwaldschule ist seit dreieinhalb Jahren geschlossen. Die zahllosen Missbrauchsfälle und die Finanznot machten den Fortbetrieb des Eliteinternats unmöglich.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung des Skandals an einer der bekanntesten deutschen Reformschulen ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Vor wenigen Tagen erschien nun eine Untersuchung von Münchner Wissenschaftlern als Buch. „Ich sehe nichts Falsches, aber auch nichts Neues“, lautete dazu die ersten Einschätzung von Vorstandsmitglied von Dohnanyi. (mho/dpa)