Herxheim am Berg: Abstimmung über Hitler-Glocke wird nach Formfehler wiederholt

Wegen eines formalen Fehlers steht die sogenannte Hitler-Glocke von Herxheim am Berg heute Abend erneut auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Das Gremium stimmt abermals darüber ab, ob der Klangkörper mit Hakenkreuz und
NS-Aufschrift im Turm der Jakobskirche hängen bleiben soll. Der Gemeinderat hatte zwar schon im Februar in geheimer Abstimmung mit zehn zu drei Stimmen entschieden, dass die Glocke bleibt, doch dabei
hatte es eine Panne gegeben. Der neue Ortsbürgermeister Georg Welker hatte es versäumt, gesondert abstimmen zu lassen, ob die Wahl geheim sein soll oder nicht. Deshalb wird die Entscheidung wiederholt. Welker rechnet nicht mit einem anderen Ergebnis. Zum ersten Votum hatte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, gesagt, dieses zeuge „von einer tiefen Respektlosigkeit vor allen Opfern des Nationalsozialismus“. Welker hatte die Glocke als „Anstoß zur Versöhnung und Mahnmal gegen Gewalt und Unrecht“ bezeichnet. Die Glocke mit der Aufschrift „Alles fuer’s Vaterland Adolf Hitler“ hängt seit 1934 im Turm der protestantischen Kirche, gehört aber der
Ortsgemeinde. Nach heftiger öffentlicher Kritik ist sie seit vergangenem September abgestellt. Ob sie wieder in Betrieb genommen wird, entscheidet das Presbyterium der Kirchengemeinde. Ein Termin für die Abstimmung steht laut Pfarrer Helmut Meinhardt nicht fest. (dpa/cal)