Hessen/Heppenheim: Landrat Engelhardt kritisiert die VGH-Entscheidung zur Schulbefreiung der 4. Klässler

Christian Engelhardt, Landrat des Kreis Bergstraße, kritisiert das Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs in Kassel, dass die Schulpflicht von der 4. Klasse der Grundschulen, der Sprachheilschulen und der Schulen mit den Förderschwerpunkten Sehen oder Hören in vorläufig außer Vollzug gesetzt wird. Das Gericht hat heute einem Eilantrag stattgegeben und so entschieden. Der Unterricht für die Abschlussklassen an Haupt- und Realschulen sowie an Gymnasien und Gesamtschulen finde aber statt.

Für den Landrat kommt die Gerichtsentscheidung zur Unzeit. „Am Freitag vor Schulbeginn hat diese Entscheidung deutliche Irritationen bei den Eltern und auch uns als Schulträger ausgelöst. Für einige Zeit war überhaupt nicht klar, ob jetzt die Schule am Montag stattfinden wird oder nicht. Da hätten wir uns eine schnellere und eindeutige Kommunikation an uns als Schulträger gewünscht.“

Es seien für die Einhaltung der aktuellen Corona-Hygieneregelungen bereits verschiedene Vorkehrungen getroffen worden: So wurden vor allem die Reinigungsleistungen deutlich ausgeweitet. Die Kontaktflächen wie Tische, Stühle, Lehrerpulte, Türgriffe etc. werden täglich gereinigt, sowohl in den Klassenzimmern als auch in den Sekretariaten, Lehrerzimmern und Diensträumen der Schulleitung. „Der Einsatz von Desinfektionsmitteln ist dabei nach dem Hygieneplan des Landes nicht vorgesehen, da die Nachteile, wie beispielsweise ausgeprägte Hautschäden insbesondere an Kinderhänden schon nach kurzer Nutzdauer sowie falsches Sicherheitsgefühl (Mittel beseitigen selbst bei völlig korrekter Anwendung nicht alle Keime und die Keimfreiheit ist nur bis zur nächsten Kontamination vorhanden), überwiegen würden“, erläutert Johannes Kühn, Technischer Leiter des Eigenbetriebs Schule und Gebäudewirtschaft. Für die Händehygiene wird seitens des Robert-Koch-Instituts 20-30 Sekunden Händewaschen mit Seife empfohlen.

Täglich wird den Angaben nach das sanitäre Verbrauchsmaterial aufgefüllt. Die Überprüfung der Bestände erfolgt durch die Hausmeister, bei drohenden Engpässen kann kurzfristig der Eigenbetrieb kontaktiert werden. Außerdem wird für jedes Schulsekretariat ein Spuckschutz zur Verfügung gestellt. Mit diesen Maßnahmen, die sich nach dem Hygieneplan des Landes richten, sieht der Kreis die Schulen gut aufgestellt.

Der Kreis hat als Schulträger aber auch die vergangenen Wochen des Home-Schoolings genutzt, um kleinere Sanierungen und einige Baumaßnahmen an den Schulen vorzuziehen. „Normalerweise sind wir da auf die Ferien angewiesen, weil vieles nicht im laufenden Schulbetrieb gemacht werden kann,“ sagte Landrat Engelhardt. Die Aussetzung des Regelunterrichts aufgrund der Corona-Pandemie war jedoch gleich als Gelegenheit erkannt worden, das, was möglich war, vorzuziehen. „Alles ging natürlich so kurzfristig nicht, denn es mussten ja auch die Handwerker und das Material zur Verfügung stehen“, erklärte Johannes Kühn, „aber wir haben alles organisiert, was möglich war.

An insgesamt 27 Schulen im Kreis konnten mehr als 60 Aufträge mit einem Gesamtvolumen von über 430.000 Euro auf diese Weise vorzeitig durchgeführt und abgeschlossen werden. Dazu zählten unter anderem die Reparatur von Spielgeräte, Pflasterarbeiten auf den Schulhöfen, Maßnahmen zur Verbesserung der Akustik in den Klassenräumen, Renovierungen an Wänden und Böden, die Erneuerung von Beleuchtungen und die Modernisierung von Leitungen. Jährlich investiert der Kreis rund 10 Millionen Euro in die Instandhaltung seiner Schulen.

Ebenfalls durchgeführt werden konnten Begehungen der Schulen zur Datenerhebung im Zuge der Umsetzung des Digitalpakts. Aktuell läuft eine Untersuchung zur W-LAN-Ausleuchtung, bei der die technischen Voraussetzungen für die W-LAN-Ausleuchtung an allen Schulen eruiert werden.

(Quelle: Kreis Bergstraße / asc)