Hessen: Krisen-Elterngeld angesichts von Unterrichtsstopp gefordert

Kurz vor Beginn des Unterrichtsstopps an hessischen Schulen hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Hessen-Thüringen ein Krisen-Elterngeld für Betroffene von Schul- oder Kitaschließungen gefordert. Die Schließungen in Hessen und Thüringen seien ein wichtiger Beitrag, um die Infektionskette zu unterbrechen, sagte der DGB-Vorsitzende für Hessen und Thüringen, Michael Rudolph, laut einer Mitteilung vom Samstag. „Allerdings stellt dies Eltern insbesondere kleiner Kinder vor enorme Herausforderungen“, sagte er. „Auch ihnen muss schnell und unbürokratisch geholfen werden. Daher fordern wir, das Elterngeld für alle Väter und Mütter zu öffnen.“ An den Schulen wird landesweit von Montag an nicht mehr unterrichtet. Die Schulen blieben aber für eine Notbetreuung für Kinder von Eltern geöffnet, die beispielsweise in einem Krankenhaus arbeiteten, hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Freitag angekündigt. Die Regelung gelte auch für die Kindertagesstätten in Hessen. Auch Mitarbeiter der Polizei, Feuerwehr oder von Ordnungsbehörden können auf Notbetreuung für ihre Kinder hoffen. Angesichts der für viele andere Berufstätige bestehenden Herausforderungen sollten die Landesregierungen von Hessen und Thüringen beim Bund anregen, dass es schnell eine Lösung für berufstätige Eltern gibt, so Rudolph. „Ein Krisen-Elterngeld, finanziert aus Steuermitteln, wäre eine wirksame Möglichkeit, das Einkommen der Eltern zu schützen und gleichzeitig die familiären Erfordernisse zu bewältigen.“

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus ist bis Samstagnachmittag in Hessen erneut gestiegen. Bis 12.00 Uhr waren nach Angaben des Sozialministeriums 191 Sars-CoV-2-Fälle bestätigt. Bis Freitaggnachmittag waren es 133 gewesen. „Alle erkrankten Personen weisen aktuell milde Verläufe mit keinen oder leichten Symptomen auf“, teilte das Ministerium in Wiesbaden mit. Die neuen Fälle stammen aus zahlreichen Landkreisen in Hessen. In Frankfurt und in der Region Kassel gab es jeweils sechs neue Fälle, im Main-Taununs-Kreis acht. Im Landkreis Bergstraße wurden neun Neuerkrankungen gemeldet. (dpa/lhe/asc)