Hessen / Rheinland-Pfalz: Stromkosten von Hartz-IV-Satz nicht abgedeckt

Der Hartz-IV-Satz für das kommende Jahr enthält einer Berechnung des Vergleichsportals Verivox zufolge erneut zu wenig Geld für Stromkosten. In Rheinland-Pfalz sei die Strompauschale im Schnitt um 24,5 Prozent und in Hessen durchschnittlich um 20,4 Prozent zu niedrig angesetzt. Bundesweit liegt das Defizit demnach bei 22 Prozent. Noch größer werde die Lücke, wenn Haushalte Strom aus der Grundversorgung bezögen statt eines günstigeren Tarifs, dann lägen die Kosten bundesweit im Schnitt bei monatlich 48,75 Euro und es fehlten im Jahr gut 161 Euro, in Hessen 165 Euro. Alleinlebenden in Hessen fehlten im Schnitt 86 Euro und in Rheinland-Pfalz im Schnitt 104 Euro pro Jahr, heißt es in der Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Regional gebe es große Unterschiede. Zum neuen Jahr soll der Regelsatz für einen alleinstehenden Erwachsenen um mindestens 7 Euro auf 439 Euro pro Monat steigen – es dürfte noch eine Erhöhung geben, wenn die jährliche Lohn- und Preisentwicklung berücksichtigt wird. Von den 439 Euro seien 35,30 Euro zur Begleichung der Stromkosten vorgesehen, erklärte Verivox. Die Stromkosten eines Ein-Personen-Haushalts mit einem Verbrauch von 1500 Kilowattstunden beliefen sich im deutschen Schnitt aber auf 43,17 Euro im Monat. Das Vergleichsportal kritisiert, dass der fehlende Betrag zur Deckung der Stromkosten wachse. Seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 sei der Regelsatz um rund 27 Prozent gestiegen, die Strompreise hätten sich im gleichen Zeitraum durchschnittlich aber um 61 Prozent verteuert – in der Grundversorgung sogar um 78 Prozent. (dpa/kwi)