Hessen: Schulen und Kitas bleiben nur noch zur Notbetreuung offen – Besuche in Altenheimen oder Krankenhäusern werden eingeschränkt

Hessen greift wegen der Ausbreitung des Coronavirus zu drastischen Mitteln und schränkt das öffentliche Leben an vielen Stellen ein. An den Schulen wird landesweit von Montag an nicht mehr unterrichtet, wie Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Freitag in Wiesbaden sagte. Die Schulen blieben aber für eine Notbetreuung für Kinder von Eltern geöffnet, die beispielsweise in einem Krankenhaus arbeiteten. Die Regelung gelte auch für die Kindertagesstätten in Hessen. Am Montag hätten Schüler und Lehrer noch einmal die Gelegenheit, in die Schulen zu kommen, um Verabredungen für die unterrichtsfreie Zeit zu treffen oder persönliche Lehr- und Lernmaterialien abzuholen. „Wir haben eine ganz außergewöhnliche Lage“, sagte Bouffier mit Blick auf das Coronavirus. Und fügte hinzu: „Wir werden die Herausforderung gemeinsam meistern.“ Alle am Freitag verkündeten Maßnahmen gelten dem Regierungschef zufolge zunächst bis zum Ende der hessischen Osterferien (18. April). Bouffier sagte, mit diesen Maßnahmen habe Hessen im Moment noch die Chance, Verhältnisse wie in Italien zu vermeiden. Dort hatte sich die Situation zuletzt zugespitzt, mittlerweile sind dort mehr als 1200 Menschen an Covid-19 gestorben. Um Menschen zu schützen, die wegen des Coronavirus als besonders gefährdet gelten, werden die Besuchszeiten in hessischen Alten- oder Pflegeheimen sowie Krankenhäusern im Land beschränkt – jeder Bewohner oder Patient darf nur noch eine Stunde pro Tag besucht werden. Ausgenommen sind Eltern minderjähriger Patienten in Krankenhäusern. Menschen, die aus Risikogebieten zurückkehrten, dürfen solche Einrichtungen 14 Tage lang nicht betreten. Angehörige bestimmter Berufsgruppen werden nach ihrer Rückkehr aus Coronavirus-Risikogebieten in Hessen unter Quarantäne gestellt. Das gelte zum Beispiel für Polizisten, Rettungskräfte und medizinisches Personal, sagte der hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne). Eine Quarantäne von 14 Tagen gelte auch für Richter und Feuerwehrleute. Das Abitur in Hessen soll in der kommenden Woche wie geplant beginnen. Dies sei nach derzeitiger Einschätzung der Lage möglich, sagte der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Die ersten schriftlichen Abiturprüfungen sind für den nächsten Donnerstag (19.3.) angesetzt. Verschoben auf den 20. April wird der Beginn der Vorlesungszeit an den hessischen Hochschulen. Der sonstige Forschungs- und Wissenschaftsbetrieb könne aber weitergehen, erklärte Ministerpräsident Bouffier. Studenten sollen außerdem Examen ablegen können. (dpa/lhe/asc)