Hessen: Zoos und Museen dürfen bald wieder öffnen

Die Menschen in Hessen dürfen bald wieder Zoos, Museen und Botanische Gärten besuchen, die wegen der Corona-Pandemie geschlossen waren. Das kündigte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden nach einer Bund-Länder-Schalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an. Über den genauen Zeitpunkt der erlaubten Öffnung werde das hessische Corona-Kabinett am Freitag beraten. Voraussetzung sei, dass die Corona-Abstands- und Hygieneregeln beachtet werden. Auch Spielplätze in Hessen sollen wieder genutzt werden können. Dies solle möglichst rasch geschehen, sagte Bouffier. Man müsse aber noch darüber sprechen, unter welchen Bedingungen dies ermöglicht werden solle. „Ich vertrete die Auffassung, es muss relativ praxisnah sein“, sagte Bouffier. Noch nicht entschieden ist, wann kontaktlose Sportarten auf Sportstätten wieder möglich sind. Er hätte sich hier eine schnellere Entscheidung zu Lockerungen vorstellen können, sagte Bouffier. Es sei aber auch vertretbar, dies bei der nächsten Bund-Länder-Schalte am Mittwoch (6.5.) zu besprechen. Zu den geplanten Themen am kommenden Mittwoch zähle auch, welche weiteren Lockerungen an den Schulen und im Handel möglich sind. Vorgesehen sei zudem, möglichst ein Signal an die Gastronomie auszugeben, „wie wir uns vorstellen, wie das gelingen kann, dort wieder in Teilen oder ganz zu öffnen“, kündigte Bouffier an. „Alles in allem sind wir uns bewusst: In unserem Land herrscht generell Freiheit. Und die Freiheit einzuschränken ist ein schwerer Eingriff, dafür gibt es gute Gründe in der Bekämpfung einer entsprechenden Pandemie“, sagte Bouffier. „Aber die sind nicht einmal festgelegt, die muss man immer wieder überprüfen, ob die noch angemessen sind.“ Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hatte Hessen am 22. März ein weitgehendes Kontaktverbot erlassen, das inzwischen bis zum 10. Mai verlängert wurde. Menschen dürfen seitdem grundsätzlich nur noch alleine oder zu zweit aus dem Haus gehen. Ausnahmen gelten für Familien und häusliche Gemeinschaften. Hessen hatte bereits am Dienstag beschlossen, von diesem Freitag an wieder öffentliche Gottesdienste und Trauerfeiern unter bestimmten Bedingungen zu erlauben. So muss in Kirchen und anderen Gotteshäusern der Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den Menschen eingehalten werden, nötig sind zudem weitere Hygienemaßnahmen wie das Aufstellen von Desinfektionsspendern. Am kommenden Montag (4.5.) wird außerdem das Besuchsverbot in Alten- und Pflegeheimen gelockert. Ein Angehöriger darf dann einmal pro Woche einen Bewohner für eine Stunde besuchen. Da ältere Menschen als Risikogruppe für eine Infektion mit dem Coronavirus gelten, war das Besuchsverbot verhängt worden. Auch Friseurgeschäfte dürfen von kommenden Montag an wieder öffnen.  Bouffier kündigte ein Konzept zur möglichen schrittweisen Wiedereröffnung der Kitas an. Dieses Thema soll ebenfalls ein Schwerpunkt der Bund-Länder-Besprechung am Mittwoch werden. Das Ziel müsse sein, den Eltern sagen zu können, wie und wann es weitergehen solle. Er persönlich halte es für völlig absurd, zu behaupten, dass bis zum 31. August die Kitas nicht aufmachen dürften, sagte Bouffier. Das könne man nicht verantworten. Umgekehrt könne man nicht sagen, dass ab morgen wieder alles geöffnet wird. (dpa/lhe/asc)