Heßheim/Frankenthal: Tödliches Deponie-Unglück wegen falsch beschrifteten Behälters

Der tödliche Unfall auf dem Gelände der Deponie im vorderpfälzischen Heßheim ist auf falsch beschriftete Behälter mit Chemikalien zurückzuführen. Das teilte die Staatsanwaltschaft Frankenthal mit. Zu diesem Schluss kamen das Landeskriminalamt und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin unabhängig voneinander. Durch das Vermischen verschiedener Substanzen sei hochgiftiger Schwefelwasserstoff freigesetzt worden. Daran erstickten zwei Mitarbeiter der Firma Süd-Müll. Seit dem Unglück am 21. August vergangenen Jahres ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Zur tödlichen Reaktion der Chemikalien kam es demnach beim Umfüllen eines 60-Liter-Kanisters in einen 1000 Liter fassenden Behälter. Während der Kanister ordnungsgemäß beschriftet gewesen sei, habe der 1000-Liter-Behälter offensichtlich andere Substanzen als deklariert. Deshalb habe Schwefelwasserstoff freigesetzt werden können, der laut Staatsanwaltschaft bereits in außerordentlich niedriger Konzentration zum Ersticken führt. Wie es weiter heisst, hätten die Ermittler acht Objekte von sechs Firmen untersucht, um den genauen Inhalt des falsch beschrifteten Behälters zu rekonstruieren. Die Auswertung der umfangreichen Dokumente werde noch geraume Zeit in Anspruch nehmen. (mho)