Hoffenheims Hoffnung schwindet – Kapitän Beck: „Rettung wird schwer“

1899 Hoffenheim hechelt dem Relegationsplatz und dem FC Augsburg hinterher: Mit dem Debakel in Leverkusen hat die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol zu allem Übel auch noch ihr Torverhältnis verschlechtert.

Leverkusen (dpa/lsw) – «Einfach nur desolat», twitterte Andreas Beck eine Stunde nach dem 0:5 (0:2) der TSG 1899 Hoffenheim bei Bayer Leverkusen. Der Kapitän des Tabellenvorletzten und seine Teamkollegen saßen am Samstag deprimiert in die Kabine. Vier Spieltage vor Saisonende in der Fußball-Bundesliga erlebten die Kraichgauer einen Rückfall in alte Zeiten. Trösten konnten Beck und Co. allenfalls die Ergebnisse der Mitkonkurrenten: Der FC Augsburg, Fortuna Düsseldorf und Werder Bremen kassierten ebenfalls Niederlagen. Auf den Relegationsplatz haben die Hoffenheimer daher weiter drei Punkte Rückstand, ihr Torverhältnis gegenüber Augsburg hat sich aber deutlich verschlechtert.

Das Restprogramm mit Heimpartien gegen Nürnberg und Hamburg sowie in Bremen und Dortmund lässt nicht viel Raum für Hoffnung. «Die Rettung wird schwer, aber es ist nicht unmöglich», meinte Beck tapfer. Nachdem die Hoffenheimer unter ihrem neuen Trainer Markus Gisdol zuletzt einen Aufschwung erlebten, trat diesmal wieder die alte Offensivschwäche zutage. Die einzige Chance für die Gäste hatte Rechtsverteidiger Beck mit einem Fernschuss (37.).

«Wir haben gegen einen Gegner gespielt, der einen Sahnetag erwischt hat», meinte Gisdol. Zu allem Übel war seine Mannschaft nach der Roten Karte für Eugen Polanski (23. Minute) wegen einer Notbremse an Stefan Kießling – den fälligen Elfmeter von Simon Rolfes hielt Ersatzkeeper Koen Casteels – früh in Unterzahl geraten. «Die Mannschaft ist noch nicht stabil genug, um so einen Rückschlag wegzustecken», erklärte Gisdol.

In der Abwehr kamen die Gäste kaum hinterher beim Angriffswirbel der Leverkusener. «Dass wir uns so abschießen lassen, hätte ich nicht gedacht», sagte Innenverteidiger Yannik Vestergaard niedergeschlagen. Mann des Tages in der BayArena war André Schürrle: Der vom FC Chelsea umworbene Nationalspieler schoss zwei Tore (31./69.) und bereitete ein weiteres für Kießling vor. Dem Stürmer gelang ebenfalls ein Doppelpack (16./65.). Er bleibt mit nun 21 Saisontoren dem Dortmunder Robert Lewandowski (23 Treffer) im Kampf um die Torjägerkrone auf den Fersen. Den fünften und letzten Treffer gegen den hilflosen Abstiegskandidaten erzielte Stefan Reinartz (79.).

«Ich denke, dass wir alle gelaufen sind, aber halt nur dem Ball hinterher», sagte Hoffenheims U 21-Nationalspieler Kevin Volland. «Es war nicht effektiv, wie wir in den Zweikämpfen waren. Wir waren immer einen Schritt zu spät und wenn wir den Ball hatten, war zu wenig Bewegung von allen.» Bei der Aufholjagd im Bundesliga-Keller läuft dem Herbstmeister von 2008 nun die Zeit davon. «In den nächsten vier Spielen müssen wir möglichst ein anderes Gesicht zeigen», forderte Ex-Nationalspieler Beck.