Horizons

 
„ Aus weiter Ferne betrachtet, ist unsere Erde nichts weiter als ein blauer Punkt,
ein zerbrechliches Raumschiff für die Menschheit.
Nur wenn wir das Universum verstehen, in dem wir leben, können wir unser Zuhause beschützen.“
Alexander Gerst
 

MISSION NEWS

NASA astronauts Serena Auñón-Chancellor and Drew Feustel begin cargo operations shortly after the SpaceX Dragon cargo craft arrived at the International Space Station packed with more than 5,900 pounds of research, crew supplies and hardware.
Cancer and rodent studies were on the crew’s timeline today to help doctors and scientists improve the health of humans in space and on Earth. The crew also conducted an emergency drill aboard the International Space Station. Flight Engineer Serena Auñón-Chancellor examined endothelial cells through a microscope for the AngieX Cancer Therapy study. The new cancer research seeks to test a safer, more effective treatment that targets tumor cells and blood vessels. Commander Drew Feustel partnered with astronaut Alexander Gerst and checked on mice being observed for the Rodent Research-7 (RR-7) experiment. RR-7 is exploring how microgravity impacts microbes living inside organisms. Astronaut Ricky Arnold and Gerst collected and stowed their blood samples for a pair of ongoing human research studies. Arnold went on to work a series of student investigations dubbed NanoRacks Module-9 exploring a variety of topics including botany, biology and physics. During the afternoon, all six Expedition 56 crew members joined forces to practice a simulated emergency. The orbital lab residents went over escape routes and safety procedures while coordinating communication and decision-making with mission controllers in Houston and Moscow.

VORLÄUFIGER TV-ZEITPLAN BEI RNF

Donnerstag, 26. Juli 2018
  • zwischen 16:00-18:00 MESZ - Direktschaltungen zu Alexander Gerst und in seine Heimatstadt Künzelsau (ca. 20 Min)

 

Neue Experimentiergeräte auf der ISS angekommen:

 

ICE CUBES

ICE Cubes for Commercial Experiments bieten einen kommerziellen Zugang zur Mikrogravitation, der einen schnelleren, einfacheren und kostengünstigeren Zugang zu Forschung im Weltraum bietet. Der ESA-Astronaut Alexander Gerst installierte die ersten Experimentierwürfel in der Anlage, die im europäischen Forschungslabor Columbus, einem Teil der Internationalen Raumstation, untergebracht ist. Die International Space University ist der erste Kunde, der Experimente in ICE Cubes durchführt. Die Plug-and-Play-Cubes müssen nur in die Einrichtung eingefügt werden und die Datensammlung kann beginnen. Der erste Kubus beherbergt ein Experiment, das die Methan produzierenden Mikroorganismen erforscht, um zu sehen, wie sie unter Weltraumbedingungen überleben. Längerfristig könnten die gewonnenen Erkenntnisse dazu führen, dass diese Mikroorganismen für den Bio-Bergbau von Asteroiden Methan produzieren, um zukünftige Weltraummissionen zu befeuern. Das zweite Experiment der International Space University ist eine interaktive Kunstinstallation, die Raum auf die Erde und zurück bringt und die Vielseitigkeit der ICE Cubes-Einrichtung unterstreicht. Der Würfel enthält ein Kaleidoskop, das mit einer Bodeninstallation verbunden ist, die durch den Puls der Teilnehmer aktiviert wird. Die Bilder werden dann auf die Erde übertragen, dank der einzigartigen 24-Stunden-Erreichbarkeit von ICE Cubes. Forscher können jederzeit über ein eigenes Missionskontrollzentrum in den Räumlichkeiten von Space Applications Services in Sint-Stevens-Woluwe, Belgien, auf die Daten ihrer Nutzlasten zugreifen. Clients können sich von ihrem Standort aus über das Internet mit ihrem Experiment verbinden, um die Daten zu lesen und sogar Befehle direkt zu senden.
CIMON - der intelligente Astronautenassistent

Aktuelle Nachrichten von #Astro_Alex



So erlebte Alexander Gerst den Start

Faszinierende Aufnahmen aus der Sojus - Kapsel (Full HD)

Die Rückkehr zur Erde

Drei Raumfahrer stürzen mit ihrer kleinen Kapsel in Richtung Erde! Durchs Fenster sehen sie die Luft glühen! Drinnen schüttelt und rüttelt es die Crew in den Sitzen durch … Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst hat einmal über die Rückkehr zur Erde gesagt: "Das war die wildeste Achterbahnfahrt meines Lebens!" Hier kann man die Bilder aus dem Inneren der Rückkehrkapsel sehen.

Die Crew der Expedition 56

Vordere Reihe:
  • Drew Feustel (NASA)
  • Alexander Gerst  (ESA)
Hintere Reihe:
  • Oleg Artemyev (Roscosmos)
  • Ricky Arnold (NASA)
  • Sergei Prokopev (Roscosmos)
  • Serena Auñón-Chancellor (NASA)


STECKBRIEF

NAME: Alexander Gerst
GEBURTSDATUM/-ORT: 3. Mai 1976, Künzelsau
BERUF: Astronaut, Geophysiker
STUDIUM: Geophysik und Geowissenschaften
MISSIONEN: Blue Dot (2014), Horizons (2018)
TAGE IM WELTALL: 165 Tage
AUSSENBORDEINSÄTZE: (1) - 6 Stunden, 13 Minuten
HOBBYS: Bergsteigen, Fallschirmspringen, Snowboarden

Alexander Gerst hat schon immer alles ihm Mögliche getan, um ein guter Wissenschaftler zu sein. Und so wurde er schließlich auch Astronaut. Seine Leidenschaft dafür, die Welt um ihn herum zu verstehen, legte den Grundstein für seine wissenschaftliche Karriere. Gerst hat Geophysik und Geowissenschaften studiert. Die Vulkanologie fasziniert ihn besonders und so hat Gerst schon die abgelegensten Gebiete bereist, um zu erforschen, was in den ersten Sekunden eines Vulkanausbruchs passiert. Dafür musste er, genauso wie als Astronaut im Weltraum, unwirtliches und unentdecktes Terrain betreten – die einzige Möglichkeit, die begehrten Daten zu sammeln. Während seines ersten Aufenthaltes im All führte Gerst über 50 wissenschaftliche Experimente durch. "Wir machen Experimente, die wir auf der Erde für kein Geld der Welt durchführen können", sagte Gerst bei einer Pressekonferenz. Zu den Höhepunkten seiner Blue Dot-Mission gehörten ein Außenbordeinsatz und das Andocken von Europas fünftem „Automated Transfer Vehicle“. „Ich fühle mich sehr geehrt und habe gleichzeitig großen Respekt davor, die Position des ISSKommandanten zu übernehmen. Ich sehe dies als internationales Zeichen des Vertrauens in Europas zuverlässige Arbeit im Weltraum.“  Deutsche Universitäten, Forschungseinrichtungen und Firmen sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR steuern rund 35 Experimente zur Mission Horizons bei. Sie sollen Fragen aus Biologie und Medizin beantworten. Auf der ISS soll unter anderem das Gehirn von Gerst vor und nach dem Flug untersucht werden, um die Auswirkungen der Schwerelosigkeit zu erforschen. Die Ergebnisse könnten Schlaganfallpatienten helfen, schneller wieder laufen und sprechen zu lernen.  In einem Spezialofen soll zudem das Metallschmelzen in der Schwerelosigkeit untersucht werden. Außerdem soll Gerst eine Anlage testen, mit der Tierwanderungen auf der Erdoberfläche aus dem All erfasst werden können.  

FOTO-GALERIE VON

ALEXANDER GERST


DER NEUE ARBEITSPLATZ VON ALEXANDER GERST

JETZT LIVE

DATEN UND FAKTEN ZUR ISS

  • Das größte Technologieprojekt der Menschheit
  • 370 - 460 km Flughöhe
  • Umlaufzeit etwa 94 Minuten
  • 51,6 ° Bahnneigung
  • Bahngeschwindigkeit etwa 28.000 km/h
  • 450 t Gewicht
  • 1.200 qm Platz zum Arbeiten (Größe Jumbo-Jet)
  • Gesamtgröße beträgt 110m x 88m (ein Fußballfeld)
  • 262.400 Solarzellen liefern Strom für 40 Häuser auf der Erde
  • Die ISS wurde in 32 Ausbaustufen mit 36 Space Shuttles und fünf russischen Starts ins All geflogen
  • 200 Außenbordeinsätze waren für die Montage notwendig
  • Mehr als 230 Menschen waren seit dem Jahr 2000 schon an Bord

TRAINING

Alexander Gerst trainiert für seine Mission im Johnson Space Center in Houston, USA. Er wird etwa sechs Monate an Bord seiner Horizons-Mission verbringen, benannt nach dem Ziel, unser Wissen über die Erde, die erdnahe Umlaufbahn und darüber hinaus zu erweitern. Alexander hat einen spannenden (und gepackten) wissenschaftlichen Plan für Horizons. Über 50 europäische Experimente sind geplant, die auf Bereiche wie Altern und Medizin, Klima, Digitalisierung und Grundlagenforschung abzielen.
Space-Walk-Training unter Wasser
OnBoard-Training

BIO-CHECK

Alexander Gerst durchläuft zahlreiche Trainingseinheiten, natürlich auch in einer Zentrifuge

ERNÄHRUNG

Im Johnson Space Center der NASA in Houston (Texas) testet Alexander Gerst die Nahrung, die für seine Mission entwickelt wurde - und nutzt die Erfahrung seines früheren langen Aufenthalts im Orbit, um Ernährungswissenschaftlern bei der Auswahl seiner Speisen zu unterstützen.

DIE ZEITKAPSEL

Alexander Gerst stellt in diesem Video die Zeitkapsel vor,die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ihm auf die Reise ins All mitgeben. Und wie „Astro Alex“ richtig sagt: Für die Kapsel wird es auch eine lange Reise durch die Zeit. Denn erst 50 Jahre nach dem Start von Gerst darf sie wieder geöffnet werden …
Eine Aluminiumkugel voller Überraschungen - diese Zeitkapsel hat Wünsche von Schülerinnen und Schüler sowie Fotos aus dem Alltag auf einem langlebigen Datenträger mit im Gepäck. Außerdem sind ein Spielzeugauto, ein Papierflieger, der rätselhafteste Stein der Welt sowie andere Materialien eingeschlossen und warten darauf, im Jahr 2068 wieder ausgepackt zu werden.

HORIZONS

WELTRAUMSPITZENFORSCHUNG FÜR DEUTSCHLAND

Wenn Alexander Gerst während seiner Horizons-Mission auf der internationalen Raumstation ISS forscht, dann findet Wissenschaft nicht nur im Weltraum statt. Die Experimente wurden auf der Erde entworfen. Die Daten der Experimente werden über das Nutzlastzentrum in den USA an alle anderen Kontrollzentren, die sich um die Fracht und Experimente kümmern, gesendet. Für das europäische Columbuslabor ist das Columbus Kontrollzentrum beim DLR in Oberpfaffenhofen zuständig. Von hier aus gehen die Daten an die nationalen Nutzerkontrollzentren.
Die Ergebnisse dieser Forschung schieben wiederum auf der Erde Innovationen an – auch in Deutschland. Während der Horizons-Mission arbeiten 1.000 Wissenschaftler, Ingenieure und Programmmanager in der ganzen Bundesrepublik an den rund 50 deutschen Experimenten.

DAS WELTRAUM LABOR COLUMBUS

HERZSTÜCK EUROPÄISCHER FORSCHUNG

Das Weltraumlabor Columbus startete im Februar 2008 seine Reise ins All und ist nun seit mehr als zehn Jahren das wissenschaftliche Herzstück für europäische Forschung auf der ISS. Das Deutsche Zentrum für Luft - und Raumfahrt (DLR) hat die Entwicklung im Auftrag der ESA betreut und leitet vom Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen aus den Betrieb. Der Endausbau des europäischen Moduls fand bei Airbus in Bremen statt.

EXPERIMENTE AN BORD

Mission Horizons: IKARUS - Tierbeobachtung aus dem All
Mission Horizons: CIMON - der intelligente Astronautenassistent
Wie funktioniert ein Raumanzug?
Mission Horizons: Die ISS-Aussichtskuppel "Cupola"

GESÜNDER LEBEN

Die Muskelspannung aufrechterhalten

ELASTISCHE ZEIT

Wie schnell ist die Zeit im Weltraum?
Die Muskelspannung aufrechterhalten Astronauten im Weltall leiden unter Muskelabbau. Rücken- und Nackenbeschwerden, schmerzempfindlichere Füße als auf der Erde – auch Alexander Gerst wird diese Symptome erleben. Wieder zurück auf unserem Planeten, wird es einige Monate dauern, bis er seine normale Muskelspannung wieder aufgebaut hat. Im Rahmen des Myotones-Experimentes werden Gersts Muskelspannung, -steifigkeit und -elastizität mithilfe eines nichtinvasiven, tragbaren Gerätes überwacht. Die Messergebnisse werden mit Daten von Rücken, Armen und Beinen, jeweils vor und nach dem Aufenthalt im Weltall, verglichen. So können gefährliche Risiken und die besten Gegenmaßnahmen bestimmt werden. Die Forschungsergebnisse können das Leben vieler Menschen mit Muskelschmerzen verbessern. Ellbogen- und Rückenbeschwerden betreffen vor allem Menschen, die am Schreibtisch arbeiten, aber auch solche, die schwere Lasten bewegen müssen. Ebenso können Patienten, die zu langer Bewegungslosigkeit verdammt sind, von dieser Forschung profitieren. Das Gerät wird jetzt schon auf der Erde verwendet – als Alternative zur Muskelbiopsie.
Das Empfinden von Zeit ist nicht starr – mal vergeht sie schneller, mal langsamer. Für das menschliche Gehirn ist eine Minute nicht absolut, sondern relativ. Manchmal dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis eine Minute vergangen ist; manchmal rasen die Minuten nur so davon. Wissenschaftler glauben, dass man als Astronaut die Zeit im Weltall unterschätzt, ebenso wie Entfernungen im Weltraum anders wahrgenommen werden als auf der Erde. Man glaubt, dass für die mentale Vorstellung von Raum und Zeit dieselben neuronalen Netze genutzt werden. Alexander Gerst wird dazu beitragen, herauszufinden, wie schnell die Zeit im Weltraum wirklich vergeht. Im Rahmen des TIME-Experimentes wird er während seines gesamten Aufenthaltes immer wieder sowohl die Dauer von Zeiträumen als auch Reaktionszeiten abschätzen. Verlässliche Antworten auf diese Fragestellung sind unerlässlich – denn eine falsche Zeitwahrnehmung kann zu verzögerten Reaktionen führen, die wiederum die Sicherheit der Besatzung gefährden können. Aus einem fundierten Wissen über die subjektive Wahrnehmung von Zeit und wie man damit umgehen kann, könnten positive Erkenntnisse für ältere und bewegungsunfähige Patienten abgeleitet werden. Solch eine Forschung kann auch Menschen helfen, die sich durch Telearbeit – eine Arbeitsweise, die beständig zunimmt – isoliert fühlen.

LEICHTER ATMEN

Asthma-Forschung aus dem All

BESSER ARBEITEN

Weltraum-Workshop für Supermaterialien
Zukunftsweisende Forschung im Weltraum hilft Millionen von Asthmapatienten auf der ganzen Welt, indem sie ein völlig neues Verständnis darüber ermöglicht, was im menschlichen Körper bei Atemwegsentzündungen abläuft. Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse können schnelle und hochempfindliche Lungentests entwickelt werden, die die Lebensqualität entscheidend verbessern – sowohl auf der Erde als auch im Weltall. Mit jedem Atemzug nimmt unser Körper Sauerstoff auf und gibt nicht mehr benötigte Moleküle ab. Bei Asthmapatienten wird der ausgeatmeten Luft, aufgrund der Entzündungen in der Lunge, Stickoxid beigemischt. Entzündete Atemwege und Asthma werden so diagnostiziert, dass der Arzt den Stickoxidgehalt in der ausgeatmeten Luft des Patienten misst. Auf dem Mond und dem Mars können die Lungen der Astronauten durch die dortigen Staubpartikel leicht in Mitleidenschaft gezogen werden oder sich sogar entzünden. Aufgrund der schwächeren Schwerkraft dieser Himmelskörper schwebt der Staub über deren Oberfläche – und wird so zu einer ernsthaften Bedrohung für den menschlichen Körper. Im Rahmen des Airway Monitoring-Experiments werden die von den Astronauten ausgeatmeten Stickoxid-Mengen gemessen, und zwar in schwereloser Umgebung mit einem niedrigeren Luftdruck. Schon heute verwenden Krankenhäuser und Kliniken auf der ganzen Welt ein einfach zu bedienendes, präzise messendes Gerät, mit dem Asthma- und weitere Lungenerkrankungen kostengünstig diagnostiziert werden können.
Die meisten Metalle, die wir heutzutage benutzen, sind Mischungen, die für bestimmte Zwecke entwickelt wurden – sogenannte Legierungen. Unser Wissen darüber zu verbessern, was verschiedene Legierungen besonders fest macht, hilft dabei, leistungsfähige Materialien zu entwickeln, die leichter, widerstandsfähiger und von längerer Lebensdauer sind. Dabei ebnet die Forschung im Weltall den Entwicklungsweg der Zukunft: Hier kann herausgefunden werden, wie sich bestimmte Faktoren, die auf der Erde durch die Prinzipien der Schwerkraft beeinflusst werden, auf die Festigkeit eines Materials auswirken. Alexander Gerst wird mithilfe der elektromagnetischen Levitation die Qualität, Ausfallsicherheit und Reproduzierbarkeit von auf der Erde hergestellten Produkten verbessern. Bei diesem Verfahren werden Metalle auf eine Temperatur von 2.100 °C erhitzt und dann schlagartig heruntergekühlt. Metallproben können in einem magnetischen Feld, berührungslos und ohne die Notwendigkeit eines Behälters geschmolzen werden und dann wieder aushärten. Metallische Superlegierungen werden vor allem zum Optimieren industrieller Gießverfahren benötigt. Auf der Weltraumforschung aufbauende Endprodukte sind zum Beispiel ultraleichte Turbinenblätter für Flugzeugtriebwerke oder Computerchips, die in fast allen Smartphones verbaut werden.

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

zu unseren Diensten

AUF ZU NEUEN UFERN

Plasma für eine sichere Welt
Alexander Gerst wird mithilfe eines Tablets den humanoiden Roboter „Rollin’ Justin“ vom Weltraum aus fernsteuern. Mit dem Experiment METERON SUPVIS Justin werden Szenarien nachgestellt, in denen Astronauten vor dem Betreten anderer Planeten oder Monde Roboter auf deren Oberfläche mit gefährlichen Aufgaben betreuen können. Dabei wird er dem Roboter eine Reihe von Aufgaben übertragen, etwa das Navigieren auf einer simulierten Marsoberfläche oder das Ausrichten von Solarpanelen. Dank Justins lokaler Intelligenz kann der Roboter auch die allerfeinsten Bewegungen ausführen – ferngesteuert aus dem All. Dabei werden Zeitverzögerungen addiert, um die Kommunikation vom Mars aus zu simulieren. Eine stärkere Automation kann die Notwendigkeit von menschlichen Aktivitäten am Boden, Kosten sowie etwaige Risiken reduzieren. Robotische Teleoperation ermöglicht darüber hinaus die Erforschung entlegener Orte auf unserem Planeten. Diese Technologie könnte aber auch für humanitäre Hilfe nach Erdbeben oder anderen Naturkatastrophen eingesetzt werden, ebenso wie in gefährlichen Umgebungen wie in Nuklearreaktoren oder auf Offshore-Bohrinseln.
In den vergangenen Jahren haben Gesundheitsexperten einen dramatischen Anstieg von multiresistenten Bakterien beobachtet, gegen die selbst die stärksten Antibiotika nichts ausrichten können. Seit über einem Jahrzehnt wird in diesem Zusammenhang „staubiges Plasma“ erforscht (Plasma ist ein elektrisch aufgeladenes Gas) und wertvolles technisches Wissen für die Entwicklung von Mini-Plasmageräten generiert. Ein Wissenschaftlerteam hat dieses Know-how genutzt, um leistungsstarke Plasmageräte zu entwerfen, mit denen man Wunden bei Raumtemperatur desinfizieren kann. Diese haben das Gesundheitswesen revolutioniert und ermöglichen zahlreiche praktische Anwendungen, von der Lebensmittelhygiene über die Behandlung von unterschiedlichen Hautkrankheiten bis hin zu Wasseraufbereitung und Geruchsmanagement. Diese technischen Innovationen wurden von den russisch-europäischen Plasma Kristall-Experimenten inspiriert. Hierbei handelt es sich um die längste Weltraum-Experimentenreihe in der Geschichte der bemannten Raumfahrt. Zu den bahnbrechenden Forschungen im Weltraum gehört das Injizieren von mikroskopischem Staub in Neon- oder Argonplasmen. Das Ziel: Zu verstehen, wie diese Partikel interagieren und sich miteinander verbinden, um atomare Strukturen ähnlich der von Feststoffen, Flüssigkeiten oder Gasen zu formen. In der schwerelosen Umgebung können neue Erkenntnisse über das Zusammenspiel von Atomen gewonnen werden.

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